Der Flussregenpfeifer

Der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) ist eine in Bayern gefährdete (RL 3) Brutvogelart, die an den noch naturnah erhaltenen Abschnitten der Wildflüsse lebt.

Der etwa amselgroße Vogel hat einen hellbraunen Kopf, und hellbraunen Rücken sowie eine weiße Körperunterseite. Charakteristisch sind zudem seine schwarz-weiße Gesichtsmaske, ein schwarzer Ring um den Hals sowie sein unverwechselbarer gelber Lidring. 

Flussregenpfeifer (Bildautor: Markus Gläßel, LBV-Archiv)

Der Flussregenpfeifer ernährt sich von Würmern, Spinnen, Insekten, Larven und Weichtieren, die er dicht unter der Bodenoberfläche im seichten, schlammigen Uferbereich sucht. Bei der Nahrungssuche tippelt er in hoher Geschwindigkeit über die Kiesbänke und Kiesinseln.

Als Kiesbrüter legt der Flussregenpfeifer seine Eier auf unbewachsenen Kiesinseln oder Kiesbänken direkt auf den Kies. Lediglich eine kleine Nistmulde wird für die meist 4 Eier angelegt. Wegen ihrer hervorragenden Tarnung sind die Eier besonders gefährdet. Aufgrund ihrer steingrauen Farbe und der dunklen Tupfen sind die Eier kaum vom Kies zu unterscheiden.

Gelege eines Flussregenpfeifers (Bildautor: Stephan Günther)

Durch das Betreten von Kiesbänken und -inseln können die Gelege sehr leicht übersehen und zertrampelt werden. Werden die brütenden Altvögel im Umfeld des Geleges gestört (z. B. durch Badende, Bootsfahrer oder freilaufende Hunde), verlassen sie es. Bei drohender Gefahr versuchen sie Angreifer durch sogenanntes Verleiten vom Gelege wegzulocken und in eine andere Richtung zu lenken. Je nach Witterung können dadurch die Eier und Küken auskühlen oder überhitzen und sterben. Häufig legen Flussregenpfeifer eine zweite Brut im Jahr an.

Gerade die intensive Freizeitnutzung auf Kiesbänken und Kiesinseln durch Badegäste, Spaziergänger, Griller sowie das Anlanden von Bootsfahrern gefährdet die Flussregenpfeiferbruten jedes Jahr aufs Neue.

Um ihre Gelege schützen zu können, werden die Vögel ab Beginn der Balz intensiv beobachtet und die festgestellten Brutplätze im Zeitraum vom 15.3. bis 10.8. als Vogelbrutstätten mit Hinweisschildern (V) und Flatterleinen markiert. Das Betretungsverbot während der Brut- und Aufzuchtzeit ist bindend und auf jeden Fall zu beachten!

Anders als am Lech, sind die Kiesbänke und Kiesinseln der Isar noch sehr dynamisch. Dadurch befinden sich die Bruten der Flussregenpfeifer an der Isar häufig an anderen Stellen, weshalb jedes Jahr die Vogelschutzbereiche neu ausgewiesen werden müssen.

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