Der Alpen-Knorpellattich – akut vom Aussterben bedroht!

Der Alpen-Knorpellattich (Chondrilla chondrilloides) ist eine eher unscheinbare, gelbblühende Pflanze, die etwa 15 bis 30 Zentimeter hoch wird. Die Art war ehemals entlang der bayerischen Alpenflüsse relativ weit verbreitet. Durch Gewässerausbau, insbesondere den Staustufenbau und dessen Folgewirkungen, sind die Bestände seit Mitte des 20. Jahrhunderts extrem zurückgegangen. In Bayern ist die Art akut vom Aussterben bedroht! Nach derzeitigem Kenntnisstand existiert derzeit nur noch ein Vorkommen im „Friedergries“ im Ammergebirge.

 

Das letzte Refugium in Bayern

Das etwa 40 Hektar große „Friedergries“ liegt im Naturschutzgebiet „Ammergebirge“, ca. zehn Kilometer westlich von Garmisch-Partenkirchen. Es handelt sich dabei um einen auf etwa 900 Meter gelegenen Kalkschuttkegel, der durch umfangreiche Kies- bzw. Schotterablagerungen des Wildbachs „Friederlaine“ entstanden ist. Die letzten Exemplare des Alpen-Knorpellattichs wachsen auf den jüngsten Ablagerungen der Friederlaine, den so genannten „Schwemmlingsfluren“. Im Rahmen des Projekts soll der Alpenlattich an verschiedenen geeigneten Wildflussbereichen wieder angesiedelt werden, damit der letzte Bestand nicht einem Hochwasser zum Opfer fällt und damit die Art in Bayern komplett ausgelöscht wird.

 

Alpenknorpellattich
Alpenknorpellattich, © Andreas Zehm
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