Maßnahmen im Überblick

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Details der Maßnahme

Flussseeschwalbe zurück an der Isar

Die Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) ist ein typischer Bewohner ungestörter Oberläufe der Alpenflüsse. Leider ist sie in Bayern vom Aussterben bedroht. Der Art fehlen vor allem vegetationslose und hochwasserfreie sowie ungestörte Kiesinseln zum brüten. Der Verlust der freien Kiesinseln ist vor allem durch die fehlende Abflussdynamik der Isar hervorgerufen, die durch Eingriffe wie den Sylvensteinstausee, die Einengung des Fließquerschnitts durch Uferverbauungen, zahlreiche Ausleitungen im Oberlauf und das Freibaggern einer stabilen Fahrrinne durch die Flößerei verursacht wird. Durch die genannten Eingriffe kommt es nur noch selten (bei größeren Hochwässern) und in wenigen Abschnitten der Isar zu Kiesumlagerungen, die neue Inseln schaffen. Ist eine Kiesinsel einmal mehrere Jahre stabil, wächst sie sukzessive mit Vegetation zu. Die aufwachsenden Pflanzen verhindern dann, dass die Flussseeschwalben dort brüten, auch wenn das Angebot an Jungfischen - ihrer Leibspeise - dort ideal ist. Um die Art als bayerische Brutvogelart retten zu können, wurden in den letzten Jahrzehnten spezielle Brutflöße auf Seen (Starnberger See, Ammersee) und Weihern (Ickinger Eisweiher) eingerichtet. Da sich die Bruterfolge seit vielen Jahren nur auf die Flöße beschränken, wird die Flussseeschwalbe von Vogelkundlern mittlerweile als „Floßseeschwalbe“ bezeichnet. 2013 konnte seit Jahrzehnten ein erster Brutversuch auf einer natürlichen Kiesbank der Isar im Bereich der Pupplinger Au beobachtet werden. Hier existiert noch ein dynamischer Flussabschnitt, der vegetationsfreie Kiesinseln aufweist, die durch größere Hochwässer der letzten Jahre aufgeschottert wurden und noch vegetationsfrei sind. Da davon ausgegangen wird, dass die Flussseeschwalben sich mittlerweile an die rechteckigen Formen der Brutflöße gewöhnt haben, wurde in einem ersten Schritt auf einer natürlichen Kiesinsel eine eine Floßattrappe aus Schwemmholz installiert. Da die Flussseeschwalben Koloniebrüter sind, sollen Vogelattrappen die Attraktivität des Inselstandortes zusätzlich erhöhen und auf vorbei kommende Flussseeschwalben anlockend wirken. Aufgrund der im Bereich der Pupplinger Au noch stattfindenden Abflussdynamik mit umfangreichen Kiesverlagerungen kommt es zur bildung neuer Inseln, weshalb für jedes Jahr eine neue Planung erforderlich wird.

Kategorie

Arten- und Lebensraumschutz

Flüsse

Isar

Arten

Flussseeschwalbe

Partner

Landesbund für Vogelschutz


® Fabian Unger


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