World Rivers Day

14 Aktionen zum Internationalen Tag der Flüsse

Tolle Erlebnisse zum Internationalen Tag der Flüsse

Bei den Veranstaltungen zum Internationalen Tag der Flüsse in der Region zwischen Ammersee und Zugspitze haben rund 420 Personen teilgenommen. Hier einige Eindrücke von den Events:

 

Die Isar von Müll befreit..

… haben 22 Aktive des Bayerischen Kanuverbands. Zwischen Lenggries und Bad Tölz waren neun Personen auf zwei Schlauchbooten der Firma "Sport-Piraten" unterwegs. Die Strecke zwischen Wolfratshausen und Schäftlarn wurde von 13 Personen (und einem Hund) bearbeitet. Die Mühe hat sich gelohnt: Insgesamt sammelten die Kanuten ca. 4-5 Kubikmeter Müll, hauptsächlich Plastikmüll. Besondere Fundstücke waren unter anderem ein Fahrrad, eine Gitarre, ein Neoprenanzug, ein verrosteter Stahlhelm aus dem 2. Weltkrieg, sowie Skistecken, kaputte Stechpaddel und ein Koffer. Auch zwei Schilder "Vogelschutzinsel" konnte geborgen werden; diese gehen an den LBV zurück. Am häufigsten fand sich jedoch Plastik in allen Farben, Größen & Verrottungszuständen ... (Bilder: BKV)

 

Die Ammer von Müll befreit..

… haben circa 30 freiwillige Helfer. Sie folgten dem Aufruft des Vereins "Pure Water for Generations". Die Ammer wurde ab Oderding bis zur Unterhauser Brücke von zehn Standup-Paddlern befahren und vom Müll befreit. Begleitet wurde die Aktion auf dem Wasser von einem Boot der Weilheimer Wasserwacht und deren Helfern. Geborgen wurde viel Plastikmüll, Eisenschrott und allerlei Kuriositäten, vom Fahrrad bis hin zum Schild „Hunde bitte hier anleinen“ war leider alles dabei. Neben dem Einsatz im Wasser bildete sich auch eine 20-köpfige Fußgruppe, begleitet von einem Wasserwacht-Fahrzeug, welche die Uferbereiche absuchte. Die ganze Aktion endete nachmittags dann bei gemütlichem Beisammensein und einer gemeinsamen Brotzeit. (Bilder: Pure Water for Generations)

 

Flüsse, Wasserkraft und Klimawandel

... über diese Themen informierten sich etwa 50 Interessierte bei einem Vortrags- und Diskussionsabend im Gasteig, zu den der WWF Deutschland eingeladen hatte. In zwei Kurzvorträgen wurden zunächst die Auswirkungen der Wasserkraftnutzung auf Flusslandschaften erläutert: Der WWF warnte vor den ökologischen Auswirkungen eines gigantischen Staudammprojekts im Selous-Wildtierreservat in Tansania. Auch die Bundesregierung ist besorgt über die negativen Wirkungen des Projekts. Sie unterstützt den Erhalt des Weltnaturerbegebiet seit über 30 Jahren. Anschließend zeigte Eberhard Pfeuffer, wie der bayerische Lech bereits vor Jahrzehnten in eine Kette von Stauseen verwandelt wurde. Trotz seines Verständnisses für die Bedürfnisse der Menschen in der Nachkriegszeit, beklagte er die Rigorosität des Flussverbaus. Verloren gegangen sind dabei nicht nur das vielfältige Netzwerk an Seiten- und Nebenarmen, Kiesbänken und bettbildende Hochwassern, sondern auch etliche flusstypische Arten. Im Anschluss an die Vorträge folgt eine Expertendiskussion über die künftige Rolle der Wasserkraft in Zeiten des Klimawandels. Es diskutieren Prof. Dr. Ralf Ludwig (Fakultät für Geowissenschaften, LMU), Philipp Wagnitz (Programmleiter Süßwasser des WWF Deutschland) und Carsten Gollum, Leiter der Kraftwerksgruppe Lech, Uniper. Die Diskussion moderiert Dr. Georg Bayerle vom Bayerischen Rundfunk. (Bilder: WWF / Sigrun Lange)

 

Unterwegs am Lech

An einem wunderschönen sonnigen Sonntagnachmittag legten zwei vollbesetzte Flöße (jeweils um 14 Uhr und um 16 Uhr) mit interessierten und gutgelaunten Passagieren am Lido in Schongau ab. Entgegen der historischen Vorbilder sind sie den Lech nicht flussabwärts getrieben, sondern sind motorisiert flussaufwärts gefahren. Lechrangerin Patrizia Majowski stellte den Lech und seine schützenswerten Landschaften vor. Vor allem aber erläuterte sie den Unterschied des "alten" wilden Lechs (vor noch ca. 150 Jahren) zum neuen Lech. Zum Anlass des internationalen Tages der Flüsse gab es außerdem eine Gegenüberstellung des deutschen Lechs mit dem wunderschönen und fast unverbautem Tagliamento in Italien, welcher als Referenzökosystem für alpine Wildflüsse dient. Des Weiteren bekamen die Besucher einen Einblick in die Politik der erneuerbaren Energien und die Naturschätze der Balkanflüsse. Hier gibt es noch viele Wildflüsse, die durch einseitige Förderung der Erneuerbaren und Korruption in Gefahr sind. Ergänzt wurden die Ausführungen durch die einmalige Sicht vom Floß auf Hang- und Quellmoore, lichte Kiefernwälder oder die Hangleiten des Lechs. Zur Pflegemaßnahme an der Kiesbank bei Burggen einen Tag später kamen nicht viele Freiwillige zusammen. Dafür waren die vier Personen umso tatkräftiger am Werk. Die jetzt noch übrigen Fichten werden im Herbst/Winter von Schulkindern entfernt, unter der Leitung der Umweltbildnerin Lena Faßnacht. Zusätzlich führt das Wasserwirtschaftsamt auf derselben Kiesinsel noch Maßnahmen für eine intaktere Flusslandschaft durch. So kann der offene Charakter der Flächen erhalten bleiben. (Bilder: Lebensraum Lechtal)

 

Spaziergang an der Isar

22 Interessierte (und ein Hund) spazierten am Sonntag mit Joachim Kaschek (Isartalverein) und Fabian Unger (Landesbund für Vogelschutz) vom Parkplatz Aujäger zum Ickinger Wehr und zurück. Bei bestem Septemberwetter wurden isartypische Lebensräume vom Schneeheide-Kiefernwald bis zu den nahe am Fluss gelegenen, vegetationsarmen Kiesflächen gezeigt. Isartypische Arten wie die Deutsche Tamariske und ein vorbeifliegender Eisvogel waren echte Highlights der Wanderung. Neben Maßnahmen zum Schutz der Kiesbrüter wurden die Wiederansiedlungsmaßnahme für die Flussseeschwalben, die Fischaufstiegsanlage am Ickinger Wehr, die Wiederanbindung des Auenbachs und das Weideprojekt in der Pupplinger Au gezeigt. Aufgrund der vielen Fragen dauerte die Wanderung zwar deutlich länger als geplant, das Feedback am Ende war aber durchweg positiv.

Wanderung entlang der Isar
Wanderung entlang der Isar (Bild: J. Kaschek)

Pilgern und Staunen

Zum Pilgern an der Loisach fanden sich zwar nur fünf Personen ein. Diese hatten laut Benjamin Schwarz allerdings viel Freude auf ihrem gemeinsamen Weg zu heiligen Orten. Noch nie hätten sie so viel über die Biodiversität vor Ort gelernt, gestanden Teilnehmer nach der Tour. Sie würden ab sofort mit anderen Augen durch die Landschaft gehen.

Pilgern am Fluss
Pilgern am Fluss (Bild: Benjamin Schwarz)

Wanderausstellung „gerade.wild.Alpenflüsse“ in Wolfratshausen

Ausstellungseröffnung
Ausstellungseröffnung (Bild: Gabriele Rueth)

Am 26. September eröffneten Gabriele Rüth (Verein Flößerstraße e.V.) und Gerhard Hofmann (DAV Sektion Wolfratshausen) im Beisein von etwa 40 Gästen die DAV-Ausstellung „gerade.wild“ im Stadtarchiv Wolfratshausen. Besucher werden auf 13 Text- und Bildtafeln unter anderem darüber informiert, wie einstmals wilde Flüsse begradigt wurden, wie der Zustand von Isar und Ammer ist, und wie Kleinwasserkraftwerke auf Flüsse wirken. Ferner gibt es einen Medientisch mit drei Bildschirmen und eine große Übersichtskarte sowie eine Angelbox - wobei die geangelten „Fische“ mit Informationen über die unterschiedlichen Flussbewohner bestückt sind. In seiner Einführung schilderte Stadtrat und Flößerstraße-Mitglied Peter Plößl, wie die letzten frei fließenden Alpengewässer, etwa die Obere Isar vor dem Sylvensteinspeicher, die Litzauer Lechschleife oder die Ammerschlucht, vor technischer Verbauung bewahrt werden konnten. Andere Flussabschnitte wurden für die Erschließung erneuerbarer Energiequellen und den Hochwasserschutz teils massiv verbaut. Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 15. Oktober, im Stadtarchiv Wolfratshausen (Bahnhofstraße 12) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

Kurzweilige Feier zum 10jährigen Jubiläum

Jubiläum
Jubiläumsfeier (Bilder: Verein Flößerstraße)

Mit etwa 80 Gästen feierte der Verein Flößerstraße einen Abend lang seinen 10. Geburtstag im Wirtshaus Flößerei. Vorsitzende Gabriele Rüth begrüßte die geladenen Gäste und stellte bei der Gelegenheit auch Peter Fischer vor, der seit heuer neuer Vizevorsitzender ist. Grußworte sprachen Vizebürgermeister Fritz Schnaller und Martin Spreng, Vorsitzender der Deutschen Flößereivereinigung. Die Festrede hielt Dr. Michael Stephan, Leiter des Stadtarchivs München und Vorsitzender des Historischen Vereins Oberbayern, über die „Spurensuche zur Flößerei im Stadtarchiv München".

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