Der Flussuferläufer

Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) aus der Familie der Schnepfenvögel wird als Charakterart von Wildflusslandschaften gesehen, da er in der Pioniervegetation kiesig-sandiger Schotter einschließlich der Übergangsstadien zum Gehölz von Flüssen brütet. Mit einer Körpergröße von bis zu 22 cm und einer Flügelspannweite von 40 cm ist der Flussuferläufer in etwa amselgroß. Charakteristisch sind der weiße Bauch und die braun bis olivbraune Oberseite. Typisch für den Flussuferläufer ist sein Tiefflug knapp über der Wasseroberfläche, der oft von schrillen Schreien (Hi-di-di) begleitet wird. Am Boden wippt und knicks er häufig mit dem relativ langen Hinterleib auf und ab.

Flussuferläufer (Bildautor: Marcus Bosch, LBV-Archiv)

Der Flussuferläufer ist regional verbreitet, allerdings hat sich sein Brutareal in den letzten Jahrzehnten deutlich verkleinert und auf wenige Verbreitungsschwerpunkte konzentriert. Einen Schwerpunkt des Vorkommens bilden die dealpinen Flusslandschaften und hier vor allem die Ammer und die Isar. Mit 150 bis 190 bayerischen Brutpaaren im Jahr 2007 ist der Flussuferläufer heute leider in Bayern vom Aussterben bedroht und sein Erhaltungsstatus in Bezug auf das Brutvorkommen in Südbayern wird als ungünstig eingestuft.

 
Grund für die Gefährdung des Flussuferläufers sind die erheblichen Verluste an Lebensräumen (Brutplätzen) die durch Flussverbauungen und Kraftwerksbauten entstanden sind. Für Wildflüsse typische Umlagerungsstrecken, die der Flussuferläufer als Brutrevier benötigt, sind selten geworden. Werden Kiesbänke und Kiesinseln über längere Zeit nicht mehr vom Hochwasser erreicht, verbuschen sie und sind ab einem bestimmten Deckungsgrad als Brutplätze nicht mehr geeignet.

 
Um den Bestand zu erhalten, können wasserbauliche Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag leisten. Beispielweise können Renaturierungsmaßnahmen zur Neuschaffung von Brutplätzen und damit zu Wiederansiedlungen führen. Voraussetzung für den Erhalt und für eine erfolgreiche Bestandsentwicklung ist vor allem eine Wiederherstellung der Flussdynamik und die (Neu-) Anbindung von Auenbereichen (zum Beispiel durch den Rückbau von Uferbefestigungen etc.). Neben der Wiederherstellung von Brutarealen spielt auch die Vermeidung von Störungen der Brutplätze durch den sich verstärkenden Freizeitdruck eine immer wichtiger werdende Rolle. Die Gelege von Flussuferläufern werden zwischen den Steinen auf Kiesbänken und Kiesinseln leicht übersehen und zertrampelt oder die Altvögel vom Gelege vertrieben, was zur Überhitzung oder dem Auskühlen des Geleges bzw. der Küken und schließlich zu deren Absterben und Tod führen kann.


Um die Bruten nicht zu stören, werden Brutplätze des Flussuferläufers vom 01.04. bis 30.07. als Vogelschutzbereiche ausgewiesen und mit Betretungsverboten belegt.

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