Hangquellmoore

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Hangquellmoore - Bedeutung und Gefährdung

Die meist kleinräumigen Hangquellmoore sind ein stark unterschätzter und gefährdeter Lebensraumtyp. Die Hangquellmoore sind seit dem Ende der letzten Eiszeit dort entstanden, wo an flachen Unterhängen wasserstauende Gesteinsschichten ausstreichen und Torfbildung eingesetzt hat (u. a. entlang der Isar zwischen Icking und Bad Tölz). Etliche Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich oder überwiegend in diesem Biotoptyp vor. Sie verlieren bei nicht an den Standort angepasster Nutzung ihren Lebensraum. Eine vom Aussterben bedrohte Libellenart, die vorwiegend in Hangquellmooren zu finden ist, ist die gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata). Äußerst seltene und wertvolle Landschaftsbestandteile sind auch die gewachsenen Kalksinterterrassen der Hangquellmoore an den Isarleiten. Sie wurden über Jahrhunderte und Jahrtausende von den Quellaustritten gebildet. Aufgrund ihrer Kleinräumigkeit und ihrer hohen hydrologischen Sensibilität sind auch sie stark gefährdet.

 

Bild Hangquellmoore
Sonnentau in einem Hangquellmoor an der Isar (Foto: Sigrun Lange)

 

Pflege und Revitalisierung der Hangquellmoore

Mit Hilfe einer Vorstudie aus dem Jahr 2011 konnten besonders gefährdete und schützenswerte Hangquellmoore an den Isarleiten ermittelt werden. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) wird im Rahmen des Hotspot-Projekts „Alpenflusslandschaften“ die Eigentümer und die Öffentlichkeit über die Gefährdungssituation und mögliche Schutz- bzw. Erhaltungsmaßnahmen informieren. Es ist geplant, Flyer und Pressemeldungen zu erstellen und persönliche Gespräche mit den Eigentümern zu führen. Ziel ist es, den Zustand möglichst vieler gefährdeter Hangquellmoore durch Mahd- oder Entbuschungsmaßnahmen zu verbessern und in einen guten Erhaltungszustand zu bringen. Damit werden die einzigartigen Lebensräume und Arten der Hangquellmoore an den Isarleiten geschützt.

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