Bedrohter „König der Alpenflüsse“

Der Huchen (Hucho hucho) zählt zu den größten Fischarten in unserer Heimat. Er gilt als der König der Alpenflüsse, erreicht eine Maximallänge bis über 140 cm und wird über 30 kg schwer. Die Fischart lebt in den sauerstoffreichen und kühlen Fließgewässern der unteren Äschen- bis in die obere Barbenregion, in denen der Untergrund natürlicherweise meist kiesig ist. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich ausschließlich auf den Bereich der Mittleren Donau sowie deren Zuflüsse. Aus diesem Grund wird er auch häufig als „Donaulachs“ bezeichnet. Trotz seiner imposanten Größe kann dieser äußerst schlaue und ebenso scheue Fisch auch in kleineren Fließgewässern überleben. Manchmal harrt er monatelang in Unterständen (Gumpen, unterspülte Ufer, Totholz) aus, bevor er, oft auch nachts, auf Beutezug geht.

Vielerorts ist der Huchen durch den Verlust seines Lebensraums und seiner Laichplätze bedroht. Er wird in der Roten Liste gefährdeter Tierarten geführt. Ebenso zeigt die Aufnahme des Huchens in den Anhang ll der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) den hohen Schutzstatus dieser natürlicherweise selten vorkommenden Art. Neben Qualitätsdefiziten im Sohlsubstrat unterbinden vielerorts unpassierbare Querverbauungen (Dämme, Wehre, etc.) seine jahreszeitlich bedingten Wanderungen im Gewässer. Eine erfolgreiche Reproduktion des Huchens ist daher in zahlreichen Gewässern seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes stark beeinträchtigt oder derzeit nicht möglich. Sich selbst erhaltende Bestände sind in Bayern heute nur noch in der Mitternacher Ohe, im Schwarzen Regen und in der Oberen Isar nachgewiesen. Eine der größten Populationen liegt damit innerhalb des Projektgebietes.

Fischerei und Naturschutz arbeiten eng zusammen um die Huchenbestände in den bayerischen Flüssen über Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums sowie über Besatzmaßnahmen dauerhaft zu sichern und zu fördern.

Huchen
Der Huchen (Bildautor: Patrick Türk)

 

Der Huchen besitzt eine langgestreckte, spindelförmige Körperform und ist im Querschnitt fast rund. Sein Kopf ist ebenfalls langgezogen und oben abgeflacht. Das Maul ist leicht oberständig, die Maulspalte tief und die kräftigen Kiefer mit spitzen Zähnen bewehrt. Wie alle Forellen- und Lachsartigen (Salmoniden) besitzt auch der Huchen eine Fettflosse. Der Rücken und die Flanken sind rotbräunlich bis grünlichgrau mit schwarzen Flecken. Sein Bauch ist weißlich gefärbt.

Lebensweise:

Im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Atlantischen Lachs (Salmo salar), lebt er der Huchen ausschließlich im Süßwasser und unternimmt keine Wanderung ins Meer. Zur Laichzeit (März bis Mai) bewegt sich der Huchen aber stromaufwärts und sucht flache, stark überströmte und sauerstoffreiche Kiesbänke auf. Für die Fortpflanzung ist er auf saubere und gelockerte Kiesstrukturen angewiesen. Vor der Eiablage schlägt das Weibchen (Rogner) eine Laichgrube in das Sohlsubstrat. In diese werden die Eier abgelegt und auch die geschlüpfte Brut lebt zunächst noch im Kieslückensystem von ihren Dottersackvorräten, bevor sie bereits als Junghuchen Beutefischen nachstellen. Ausgewachsene Huchen ernähren sich überwiegend von größeren Fischen, verschmähen jedoch auch nicht kleinere Wirbeltiere wie junge Wasservögel, kleine Nagetiere und Amphibien.

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