Flussfilmfest 2019

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Auch 2019 gibt es wieder ein Flussfilmfest in München!

Zum dritten Mal seit 2017 findet das Flussfilmfest München statt, ein Treffpunkt und Diskussionsforum für Flussfreunde aller Art. Das Filmfest feiert die Schönheit und Vielfalt unserer Flüsse regional und weltweit, zeigt aber auch deren Gefährdung. Portraitiert werden Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen für den Erhalt oder die Wiederherstellung frei fließender Flüsse einsetzen. Denn: Unsere blauen Lebensadern sind bedroht: Nur sieben Prozent der Flüsse in Deutschland sind in einem „guten ökologischen“ Zustand, so die alarmierende Bilanz des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2015. Und auf dem Balkan, wo noch viele Flüsse frei fließen, könnten dynamische Flussläufe bald durch Kraftwerksplanungen in großem Maßstab verloren gehen. Ein Blick über den Teich dagegen zeigt, wie in den USA bereits vor einem halben Jahrhundert mit dem „Wild & Scenic Rivers Act“ ein Umdenken zum Wohle frei fließender Flüsse eingeleitet wurde.

 

Das Flussfilmfest München will begeistern, informieren und inspirieren. Es braucht viele Mitstreiter, um weltweit unsere letzten intakten Flusssysteme zu erhalten. Gleichzeitig müssen wir den bereits verbauten Flüssen wieder mehr Raum geben. Die entsprechende europäische Gesetzgebung darf nicht verwässert werden.

 

Veranstaltet wird das Flussfilmfest von WWF Deutschland (im Rahmen des Projekts Alpenflusslandschaften), flow : europe und der Stiftung Living Rivers. Es ist Teil von flow : on tour 2018/19, einer fünfmonatigen Tournee von Helsinki bis Amsterdam.

 

10:30-12:30 (Block 1, €6): Regionales zu Ammer, Isar und Donau

Der erste Block ist den regionalen Flüssen gewidmet. In den Kurzfilmen begleiten wir Jugendliche bei einer einwöchigen Wanderung entlang der Ammer und erleben eine spektakuläre Aktion von Bootsfahrern am Sylvensteinspeicher. Weitere Filme thematisieren die Renaturierung von Flüssen. Davon profitieren die Fischbestände meist mehr, als vom gängigen Besatz in den Gewässern. Im Hauptfilm zeigt Jürgen Eichinger die Naturschönheiten des „bayerischen Amazonas“.

 

Regionale Kurzfilme

  • RIVERWALK (2018, 7:10 Min): Wanderung der WWF Jugend entlang der Ammer
  • Aktion am Sylvensteinspeicher (2018, 1:24 Min): Bootsfahrer rufen zum Erhalt der Wasserrahmenrichtlinie auf
  • ISAR NEU ERLEBEN (2017, 2:17 Min): Imagefilm zum LIFE-Natur-Projekt „Flusserlebnis Isar“
  • FLUSS.MENSCH. ZUKUNFT. (2018, 17:16 Min): Fischereiliches Management von Flüssen

Hauptfilm: DIE STIMME DER DONAU (2014, 45 Min)

Mit dem Film ist Jürgen Eichinger ein faszinierendes Portrait der unverbauten Donau zwischen Straubing und Vilshofen gelungen. Der Fluss mit seinen Auen ist hier trotz menschlicher Eingriffe noch lebendig. Denn nach mehr als 30 Jahren Streit entschied sich das Bayerische Kabinett 2013 gegen Staustufen und eine Kanalisierung in diesem Abschnitt. Doch wie lange darf der Fluss hier noch 70 Kilometer lang frei fließen? Angesichts des Niedrigwassers im Sommer 2018 wurden erneut Forderungen nach einem Ausbau laut.

 

Anschließend: Fragerunde und Expertendiskussion zum Thema „Wandern im Fluss: Wie lassen sich die Barrieren in unseren Flüsse abbauen?“

 

14:30-17:00 (Block 2, €8): Von den Alpen bis zum Balkan

Das Ringen mit den Naturgewalten begeistert Kajakfahrer auf der ganzen Welt. Meist werden die Boote mit Autos an die Ein- oder Ausstiegsstellen transportiert. Dass es auch anders geht, haben drei Wagemutige bewiesen. Sie sind mit ihren Rädern und Kajaks über die Alpen von Cannes nach Venedig gefahren. Kajakfahrer setzen sich oft für den Erhalt frei fließender Flüsse ein. Auf dem Balkan ist es jedoch die lokale Bevölkerung, die sich gegen geplante Staudamm-Projekte wehrt.

 

MIT FAHRRAD UND KAJAK ÜBER DIE ALPEN – VON CANNES NACH VENEDIG (2014, 60 Min) 2.200 Kilometer, 22.500 Höhenmeter, fünf Länder, 20 Flüsse und drei Verrückte: Olaf Obsommer berichtet von einer fantastische Reise über die Alpen »by fair means«. Bei ihrer Tour reisten Olaf Obsommer, Philip Baues und Jens Klatt mit dem Fahrrad von Fluss zu Fluss – aus eigener Kraft und mit dem Kajak auf dem Anhänger. Diesmal standen nicht die höchsten Wasserfälle im Mittelpunkt, sondern die Reise selbst: die Landschaft, die Menschen und die Entdeckung der reduzierten Geschwindigkeit.

 

BLUE HEART (2018, 40 Min, engl.) Im Zentrum des Films stehen drei bewegende Geschichten über den Widerstand gegen Wasserkraftprojekte auf dem Balkan. Beispielsweise blockieren seit über einem Jahr Frauen in einem Dorf in Bosnien-Herzegowina eine Brücke über den Fluss Kruščica, um Wasserkraftanlagen in ihrer Gemeinde zu verhindern. Etwa 2.800 neue Staudämme sind derzeit zwischen Slowenien und Albanien in Planung. Um dieser Welle der Zerstörung entgegenzutreten, wurde die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ ins Leben gerufen.

 

Anschließend: Expertendiskussion und Fragerunde zum Thema „Wasserkraft, umweltfreundliche Energiequelle oder Angriff auf die Natur?“

 

19:00-22:00 (Block 3, €8): Amerikas Wild&Scenic Flüsse und der Schutz der Flüsse bei uns

Den konsequenten Schutz von Wildflüssen – keine Kraftwerke und keine Staudämme – dies haben die USA im Jahr 1968 mit dem “Wild and Scenic Rivers Act” auf den Weg gebracht. Heute setzt sich die Kampagne „5,000 Miles of Wild“ dafür ein, weitere Flüsse unter strengen Schutz zu stellen. Das Flussfilmfest München geht der Frage nach: Was kann Europa, was können andere Länder auf der Welt von den USA lernen angesichts des Booms der Wasserkraft, der weltweit die Flusslandschaften und ihre Artenvielfalt zerstört?

 

Einstieg mit diversen Kurzfilmen aus dem Programm des Wild & Scenic Filmfestivals

 

RUN WILD, RUN FREE (2018, 44 Min, engl.) Shane Andersons Film zeichnet nach, wie eine bahnbrechende Gesetzesinitiative vor fünfzig Jahren den Schutz von Natur und Wildnis in den USA bereichert hat. Zudem wagt er einen Ausblick in die Zukunft.

 

THE UNDAMAGED  (2018, engl.) Auf der Balkanhalbinsel gibt es noch Flusssysteme voller Leben. Die „Unversehrten“ nennen sie die Filmemacher um Rok Rozman, dem ehemaligen Olympioniken der slowenischen Rudermannschaft, der heute sein Leben dem Erhalt bedrohter Flüsse widmet. Rok brach im Frühjahr 2018 mit zahlreichen Kajakfahrern zu einem Paddeltrip auf. Sie befuhren 23 Flüsse in 6 Ländern des Balkans mit dem Ziel: den albanischen Premierminister Edi Rama dazu aufzufordern, die Vjosa zum ersten Wildfluss-Nationalpark Europas zu ernennen.

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