Flussfilmfest 2019

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Das Flussfilmfest München 2020

Unter dem Motto „Aus Liebe zum Wasser“ findet am 1./2. Februar 2020 das Flussfilmfest im Gasteig in München statt. Inspiration und Abenteuer, Schönheit und Gefährdung: Der Blick schweift von den letzten intakten Flusslandschaften im Alpenraum zu Gewässern in Neuseeland, den USA und Südamerika. Die Filme werden begleitet von fachkundigen Diskussionen und philosophischen Reflexionen über den Umgang mit unserem Naturerbe: In den Alpen, in urbanen Räumen sowie mit den letzten Wildflüssen der Welt. Es geht um unser persönliches Verhältnis zum Wasser, unser Fühlen, Forschen und Tun. Es geht ums Ganze. Tickets ab Mitte Dezember bei München Ticket.

 

Samstag, 1. Februar 2020: 19:00 - 22:00 (8 Euro)

Werden wir unserer Verantwortung gerecht? Ein Blick über den Tellerrand.

 

Internationale Kurzfilme:

  • THE RIVER IS ME (17 Min., engl. Original mit Untertiteln): Vorhang auf für den Whanganui: „I am the river, and the river is me“ – der Whanganaui in Neuseeland ist für die Maori mehr als nur ein Fluss. Nach jahrzehntelangem Rechtsstreit wurde der Fluss im März 2017 zu einer Rechtsperson: Ein unteilbares und lebendiges Ganzes, mit all seinen physischen und metaphysischen Eigenschaften, wie es das Gesetz formuliert. Filmautor David Reid lässt sich erklären, wie dieser Erfolg möglich wurde, und fragt, wie der Fluss künftig seine Rechte einklagen könnte. Hier hilft ein Blick in den Gesetzestext: „Obviously, the river itself wouldn‘t go into court, it is represented by a number of people.“
  • UPRIVER: THE CITY (12 Min., engl. Originalfassung): Einen Blick auf urbane Gewässer wirft ein Filmkapitel über die Stadt Portland und ihren Fluss, den Willamette River. Ein Fluss an der Westküste der USA, der aber ähnliche Probleme kennt wie viele seiner europäischen Cousins in industrialisierten Regionen. Jeremy Monroe zeigt in seinem Film, wie Flussbaden, Regenwassermanagement und Baumpflanzaktionen mit Schülern in eine gemeinsame Richtung wirken: Den Fluss und seine Ufer wieder zum öffentlichen Raum zu machen, die ökologische Qualität zu verbessern, den Gemeingebrauch zu ermöglichen und den Fluss neu ins Bewusstsein der Stadt zu bringen.

Hauptfilm: 

CONFLUIR (42 Min., engl. Originalfassung): Mehr als 20 Staudämme sind am Río Marañón geplant, dem größten Zufluss des Amazonas. Bislang fließt der Marañón frei durch die peruanischen Anden und formt so gewissermaßen den Grand Canyon Südamerikas. Confluir ist, so die Macher, ein Film über den bedeutendsten Fluss, den kaum jemand kennt. Der Film erzählt die Geschichte einer wissenschaftlichen Expedition. Auf einem einmonatigen Rafting-Trip erkundet eine Gruppe junger Forscher die ökologischen Zusammenhänge und nimmt die sozialen Auswirkungen in den Blick, die der Bevölkerung entlang des Flusses in Folge eines Staudammbaus am Marañón drohen. Confluir bedeutet „zusammenströmen“. Der Film geht auch der Frage nach, wie ein internationales Bündnis entstehen kann, um einen der letzten großen frei fließenden Flüsse der Welt zu erhalten.

 

Filmautor Henry Worobec: “This film was inspired by the movement to protect Río Marañón – a movement that started in small villages at the bottom of one of the deepest canyons in the world and today continues to grow across the globe. As the principle tributary of the Amazon, Río Marañón is environmentally significant on a global scale, and it will take an international effort to save it.”

 

Sonntag, 2. Februar 2020, 10:30-12:30 (6 Euro)

Matinee: Faszination Alpenflüsse - Was den Menschen mit dem Fluss verbindet

 

10:30

Begrüßung durch den WWF Deutschland

10:40

Freuen Sie sich auf einen Einstieg mit faszinierenden Luftaufnahmen von Bernhard Edmaier aus seinem Bildband "Wasser". Die Bilder werden mit stimmungsvoller Klaviermusik begleitet von Franziska Lehner. Anschließend gibt uns der Geologe und Philosoph Martin Rasper einige Gedanken zu den Bildern mit auf den Weg.

11:00

Dokumentarfilm: „Der Tagliamento, König der Alpenflüsse“.

 

Der Film folgt dem Tagliamento auf seinen 172 Kilometern Länge von den Bergen Venetiens durch Karnien bis zur Mündung in die Adria. Er zeigt anhand der Forschung Klement Tockners die Besonderheiten eines der letzten ungezähmten Alpenflüsse. Zugleich stellt er viele Bezüge zum Menschen her. So speist der Fluss beispielsweise den Grundwasserkörper und ist damit eine wichtige Voraussetzung für die Landwirtschaft im Tal (Weinbau, Anbau Sanddorn). Steine von den ausgedehnten Schotterflächen des Flusses werden in der Mosaik-Schule in Spilimbergo zu Kunstwerken verarbeitet. Ganz generell ist der Tagliamento das kulturelle Rückgrat der Region. Hier treffen verschiedene Kulturen aufeinander, die heute (nach früheren Kriegszeiten) friedlich zusammenleben und miteinander kooperieren.

11:50

Diskussion zur Frage „Was verbindet uns Menschen mit (wilden) Flüssen?" Mit dabei

  • Prof. Dr. Klement Tockner, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und Freie Uni Berlin
  • Prof. Dr. Norbert Müller, Fachhochschule Erfurt; langjährige Forschung an Lech und Tagliamento
  • Toni Knittel, Lehrer und Sänger, sowie engagierter Kämpfer für den Erhalt des Tiroler Lechs

12:30

Ausklang mit dem Lied „Am Lech entlang“ von der Gruppe „Bluatschink"

 

TOP