Lech

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Der Lech – Wildfluss und Seenkette

Er ist

  • der artenreichste Alpenfluss der Nordalpen!
  • der Fluss mit den größten Schwemm- und Schotterflächen!
  • die wichtigste Biotopbrücke zwischen Alb und Alpen für Tier- und Pflanzenarten!

Er ist aber auch

  • der am dichtesten quer-verbaute Fluss!
  • Wirtschaftsfaktor!
  • vom Artenverlust betroffen!

Dies alles und noch viel mehr verbirgt sich hinter einem Wort: Lech! Inneralpin – in Tirol – kann man (noch) sein wahres, wildes und naturbelassenes Gesicht bewundern. Doch wenn das Wasser und seine wertvolle Fracht sich voll Schwung und Leben aufmachen, die Grenze zu überschreiten, werden sie jäh ausgebremst. Der Forggensee, Bayerns fünftgrößter See, ist der Kopfspeicher für alle weiteren 24 Staukraftwerke und deren Stauseen und für weitere fünf Laufkraftwerke.

 

Von der Quelle zur Mündung

Doch bevor es tiefer hinein geht in eine Debatte zwischen Natur und Wirtschaftsfaktor, sollen Sie hier einen Fluss- und Landschaftsüberblick bekommen. Das Quellgebiet der Lechs liegt beim Formarinsee. Auf seinem Weg zur Mündung in Marxheim in die Donau fließt er zu Beginn rund 85km, umgeben von den Allgäuer und den Lechtaler Alpen durch Tirol. Bei Füssen verlässt er die Kalkalpen und taucht ein in die von ihm und seinen Gletschern geprägte Moränenlandschaft – ein hügeliges Moorland zwischen Füssen und Schongau. Weite Talformen und enge Schluchten wechseln sich ab, bis der Endmoränenwall aus der Würmeiszeit durchbrochen wird und sich ein neues Landschaftsbild eröffnet. Der sogenannte „Terrassenlech“, der sich nördlich von Schongau anschließt, fließt bis zur Mündung durch weite Talebenen. Diese wurden nach der Würmeiszeit „aufgeschottert“, d. h. mit Schmelzwasser und Geröll (Kies und Sand) überschwemmt, wobei sich das Geröll abgelagert hat. So bildeten sich teilweise kilometerbreite Flächen wie beispielsweise das Lagerlechfeld.

 

Vielfalt am Fluss

Es ist kein Zufall, dass der Lech heute als der artenreichste Fluss der Nordalpen gilt. Seine BewohnerInnen aus der Tier- und Pflanzenwelt stammen von weit her. Über die Burgundische Pforte, die die Verbindung zwischen Rhône und Donau bildet, konnten zu Warmzeiten Mittelmeerpflanzen über die Alb ins Lechgebiet einwandern. Dazu gesellten sich „Alpenschwemmlinge", deren Samen mit dem Lechwasser mitgetragen wurden und in der Lechaue neue Besiedlungsmöglichkeiten fand. Die weiteste Wanderung hatten aber wohl die Arten, die auf faszinierende Weise (z.B. im Tierfell wandernder Tierarten) aus den Karpaten, der ungarischen Tiefebene und dem Balkan entlang der Donau ihre neue Heimat suchten. Doch die absoluten Spitzenreiter in puncto „längste Anreise“ sind diejenigen, die aus dem Donaudelta des Schwarzen Meeres stammen.

Litzauer Lechschleife

Faktenbox: Lech

Gesamtlänge:

257 km (davon 167 km in Deutschland)

 

Ursprung:

Der Lech entspringt im nach ihm benannten Lechquellengebirge in Tirol – eingerahmt von den Allgäuer und den Lechtaler Alpen.

 

Mündung:

bei Marxheim in die Donau

 

Höhendifferenz:

1448 m (1.840 – 392 m ü. NN)

 

Charakter:

Der Tiroler Lech unterscheidet sich gänzlich vom bayrischen Lech. In Tirol hat der Fluss seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und wird hier deshalb auch der „wilde Lech“ genannt. Direkt nach der Grenze wird der Fluss jäh ausgebremst und im Forggensee, dem größten künstlichen See Bayerns aufgestaut. Dieser See ist der sog. Kopfspeicher für die folgende Stauseenkette sich direkt anschließt. Hauptaugenmerk ist allerdings auf die umgebende, vom Lech gestaltete Landschaft. Die Fülle an Lebensräumen und Tier- und Pflanzenarten lässt jedes naturbegeisterte Herz höher schlagen.

 

Besondere Arten:

Uhu, Flussuferläufer, Huchen, Nase, Schlingnatter, Deutsche Tamariske, Europäischer Frauenschuh, Kies-Steinbrech, Sumpf-Gladiole, Klebriger Lein

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