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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Biodiversitätsbotschafter an der Isar unterwegs


Wildflusslandschaften sind in Deutschland eine Seltenheit geworden. Eine der letzten davon findet sich an der Oberen Isar. Zu deren Schutz ist es notwendig, möglichst viele Menschen für diesen Landschaftstyp zu begeistern und eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten. Daher wollen wir möglichst viele Botschafter gewinnen, die sich dazu bereit erklären, ihre Begeisterung und ihr Wissen um die Einmaligkeit der Flusslandschaften an ihr Umfeld weiterzugeben.

 

Im ersten Workshop zeigte Dipl. Landespfleger Wolfgang Kraus von der Unteren Naturschutzbehörde Garmisch-Partenkirchen den Artenreichtum auf den Kiesbänken und in den Flussauen der Isar. Über 8o verschiedene Pflanzenarten können hier auf der Fläche einer Doppelgarage vorkommen. Er berichtete vom Nutzungskonflikt zwischen Erholungssuchenden und dem Flussregenpfeifer, der die offenen Kiesinseln für die Aufzucht seiner Jungen braucht. Dass die Nutzung der Isar kein Phänomen der Neuzeit ist, zeigte Dipl. Geographin Margret Hütt mit Geschichten aus dem Leben der Flößer des Isarwinkels. Über 800 Jahre wurde die Isar für die Flößerei genutzt. Städte wie München und Wien wurden über den Fluss mit Holz, Kalk, aber auch Gewürzen aus dem Orient, Seide aus China und Wein aus Italien versorgt. Noch weiter zurück in die Vergangenheit führte der Waldspezialist Dr. Helmut Hermann. An den Kiesbänken im Mündungsbereich der Jachen erläuterte er die Entwicklung des Waldes, und warum heute Maschinen die Aufgabe der früher hier lebenden Waldelefanten übernehmen müssen.

 

Orchideen, Heilpflanzen und essbare Wildkräuter sind die Leidenschaft von Anna Schaffner, einer Gartenbauingenieurin, die an der oberen Isar bereits ihre Kindheit verbrachte. Waldvögelein, Frauenschuh, Geschichten vom guten und bösen Springkraut und von der Isarnixe ließen den Regen vergessen, der am Sonntag über den Teilnehmer niederging. Dass eine Raftingtour durchaus naturverträglich gestaltet werden kann, zeigten die Organisatoren zum Abschluss der Veranstaltung. Die ökologisch geschulten Flussführer des lokalen Unternehmens Montevia erklärten den Teilnehmern auf der Fahrt nicht nur die Herkunft der Flusskiesel, sondern auch die Entstehungsgeschichte dieser Landschaft. Es war ein unvergessliches Naturerlebnis und auch der sportliche Aspekt kam nicht zu kurz. Durch die starken Niederschläge der vergangenen Tage war der Wasserstand der Isar deutlich angestiegen. Die Fahrt durch die Stromschnellen an der Isarburg wurde zu einem wassergewaltigen Erlebnis.

 

Nun ist es die Aufgabe der Teilnehmer, das neu gewonnene Wissen hinauszutragen, und möglichst viele Menschen für diese einzigartige Landschaft vor unserer Haustür zu begeistern. Ob und wie dies gelungen ist, darüber wollen sich die Teilnehmer bereits im Herbst austauschen. Axel Schreiner, Leiter des Naturschutz- und Jugendzentrums des BUND in Wartaweil, versprach, eine weitere Veranstaltung zu organisieren.

 

Wollen auch Sie Biodiversitätsbotschafter werden? Wenn ja, dann melden Sie sich bei Margret Hütt.


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