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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Dialog und Informationsaustausch am Ferlhof in Krün


Gemeinsam für die Artenvielfalt auf dem Grünland

Besuch auf dem Kramerhof (Foto: Hütt)

Unter diesem Motto stand eine Hofbesichtigung von Umweltverbänden, Landwirten und Verbrauchern am Ferlhof der Familie Kramer in Krün. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam von den Kreisverbänden Garmisch-Partenkirchen, Weilheim und Starnberg des Bayerischen Bauernverbands, dem Bund Naturschutz (KG Starnberg und dem Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil) und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim i.OB . Die Hofbesichtigung war eine Folgeveranstaltung des Landwirtschaftstages, der im Februar im Jugend- und Naturschutzzentrum des Bund Naturschutzes in Wartaweil stattfand.

 

Alois Kramer und seine Kühe (Foto: Hütt)

Alois Kramer, stellvertretender BBV Kreisobmann von Garmisch-Partenkirchen, zeigte den 30 Teilnehmern, wie er die Artenvielfalt auf vielen seiner Wiesen erhält und trotzdem mit einer hohen Milchleistung seiner Kühe sein wirtschaftliches Überleben sichern kann. Artenvielfalt und eine hohe Futterqualität, die Grundlage für die Gesundheit seiner Rinder, müssen in Einklang gebracht werden. Der Botaniker Burkhard Quinger erläuterte den ökologischen Wert der jeweiligen Pflanzengesellschaften auf den Wiesen. Durch die Alpenrandlage ist hier die Diversität der Kulturlandschaft besonders hoch, so dass sich der Betrieb durch eine besondere floristische Artenvielfalt auszeichnet.

 

Besichtigt wurden neben dem Betrieb eine intensivst bewirtschaftete Wiese, anschließend eine Allmende Weide an der Isar, eine Kälberweide nahe des Finzbaches, ein Steilhang einer Buckelwiese und eine weniger intensive Mähwiese etwas oberhalb von Krün. Alle Teilnehmer wünschten sich einen informativen Austausch, dementsprechend konstruktiv wurde diskutiert. Es wurde deutlich, dass die staatliche Förderung für die Pflege artenreicher aber magerer Standorte sehr wichtig ist, doch die Landwirte häufig zu stark einschränkt, so dass sie nicht mehr flexibel auf wetterbedingte Situationen eingehen können.

 

Gemeinsam auf der Wiese (Foto: Hütt)

Auch die sehr intensiv bewirtschaftete Wiese ist mit über 30 verschiedenen Arten relativ artenreich. Dies zeigt, dass es auch bei einer Bewirtschaftung mit Gülle möglich ist, einen gewissen Artenreichtum und eine hohe Futterqualität mit hohem Eiweiß-Gehalt zu kombinieren. Quinger betonte, dass der Artenreichtum einer Wiese vom richtigen Zusammenspiel aus Bewirtschaftungsmethoden, deren Zeitpunkt und einer angepassten Düngung abhängt. Dieses richtige Zusammenspiel bedarf großer Sachkenntnis, aber auch Flexibilität, um auf natürliche Schwankungen einzugehen. Insgesamt hält Quinger die Leistung des Betriebes Kramer für die Biodiversität für sehr hoch. Der an die Fläche angepasste Tierbestand (45 Milchkühe plus Nachzucht) ermöglicht es, unterschiedlich produktive Weideflächen optimal bei der Milcherzeugung und bei der Aufzucht der Tiere zu nutzen.

 

Wie schon im Februar ging es zum einen um den Informationsaustausch zwischen Landwirten untereinander, wie Artenvielfalt im Grünland und Wirtschaftlichkeit eines Betriebes gesichert werden können. Zum anderen ist es Ziel dieser Veranstaltungsreihe, den Dialog zwischen Verbrauchern, Naturschützern und politischen Vertretern zu fördern. Der mittlerweile vieldiskutierte Artenverlust ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Nur wenn alle Gesellschaftsgruppen ihren Beitrag leisten, kann die Artenvielfalt in unserer Landschaft erhalten werden. Insbesondere auch die Verbraucher sind gefordert, durch ihr Konsumverhalten eine nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft zu unterstützen, die ihrerseits eine wesentliche Grundlage für den Erhalt der Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden leistet.

 

Als Fazit bleibt: Es wurde ein Betrieb besichtigt, der mit angepasster Intensität wirtschaftet, mit Kühen, die eine hohe Milchleistung von über 9000 kg besitzen. Besonders durch den niedrigen Tierbesatz (1,4 Großvieheinheiten je Hektar) und die Förderung durch den Vertragsnaturschutz ist es möglich, extensive Flächen mit zu bewirtschaften und in den Produktionsprozess zu integrieren.

 

Text von Margret Hütt


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