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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Durchgängigkeit der Ammer, ein Status-Bericht


Am 21. Mai 2016 findet der internationale Weltwanderfischtag (World Fish Migration Day) statt. Er macht darauf aufmerksam, dass sich unsere Fische frei in den Flusssystemen bewegen können müssen, um ihre Lebenszyklen vollziehen zu können.

Status Quo der Durchgängigkeit an der Ammer (Grafik WWF Deutschland)

Fast alle unserer heimischen Fischarten wandern zwischen verschiedenen Bereichen im Fluss hin und her. Zahlreiche Fischarten schwimmen den Fluss hinauf, um ihre Eier in sauerstoffreiche Flussbereiche abzulegen. Jungtiere wandern in strömungsberuhigte Zonen, in denen sie ausreichend Deckung und Nahrung finden. Im Winter suchen Fische tiefere Rückzugsbereiche auf, um dort die kalte Jahreszeit zu verbringen. Der Zustand einer Fischfauna hängt stark davon ab, ob die unterschiedlichen Lebensräume verfügbar sind. Umgekehrt führt die Abtrennung von überlebenswichtigen Bereichen, zur Beeinträchtigung der Fischpopulationen und zum Rückgang der Artenvielfalt.

 

An der Ammer und ihren Zuflüssen wurden in den letzten Jahren einige Anstrengungen unternommen, um Wanderbarrieren zu beseitigen. So gestaltete das Wasserwirtschaftsamt Weilheim die Grundwehre II (2003) und III (2015/16) bei Weilheim in Sohlgleiten um. Die Durchgängigkeit am Grundwehr I (2013) und am Auwehr (2010) wurde durch Teilrampen wiederhergestellt.

 

Nachdem eine Untersuchung des Landesfischereiverbandes aus dem Jahre 2004 aufzeigte, wie stark auch die Zuflüsse der Ammer durch Bauwerke blockiert sind, wurden auch hier Maßnahmen ergriffen: Mit Unterstützung der Fischerei konnten durch den WWF und die Bayerischen Staatsforsten wichtige Seitenzuflüsse wie Kohlgraben (2011), Eckelsaugraben (2012/2013) und Seebach (2015/16) wieder durchgängig gestaltet und an die Ammer angebunden werden.

 

Trotz dieser Erfolge gibt es noch viel zu tun! Die Umsetzung der Durchgängigkeit am Peißenberger Wehr plant das Wasserwirtschaftsamt für die kommenden Jahre. Sind diese Hürden überwunden, könnten Huchen und Co bald wieder in den naturräumlich besonders wertvollen Schluchtlauf der Ammer wandern – wäre da nicht das private Kraftwerk Ammermühle in Rottenbuch. Dieses ist für Fische nicht passierbar. Eine Änderung der Situation ist derzeit nicht in Sicht. Dies ist insofern bedauerlich, da die Deutsche Bahn das oberhalb bei Saulgrub gelegene Ableitungswehr des Kammerl Kraftwerks mit einer Fischtreppe bereits durchgängig gestaltet hat.


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