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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Erfahrungsbericht einer Referentin


von Margret Hütt

 

"Ich traf mich um 7.50 Uhr mit einer 6. Klasse und ihrer Lehrerin Irene Metzger in der Mittelschule in Schongau. Wir marschierten eine Stunde durchs Forchet entlang des Lechs bis zu einer Wiese südlich der Umgehungsstraße. Die Klasse bestand aus Stadtkindern unterschiedlichster Nationalitäten. Drei Jungs navigierten uns dorthin bravourös mit Hilfe einer Karte, die ich mitgebracht hatte. Sie konnten fantastisch Kartenlesen.

 

Nach dieser Wanderung war das Eis gebrochen und ich hatte einen Überblick über die sozialen Probleme in unserer Gesellschaft bekommen. Auf der Wiese trafen wir Helmut Hermann. In seiner engagierten und doch so humorvollen Art waren die Kinder bald völlig davon überzeugt, wie wichtig der Naturschutz ist. Dann starteten wir zu einer Exkursion entlang der Lechleiten. Herrlicher Herbstwald, die Lechwiese, die dem Lechstausee Stück für Stück zum Opfer fällt, begeisterten die Kinder. Dann querten wir den Hang. Dort wo der Hang besonders steil war und direkt zum Lech hin abbrach, sicherten wir die Kinder. Wir überwanden Moore, überquerten Kalksinterquellen und Bäche und bestaunten einen Wasserfall mit einer Gumpe aus Sinter. Die Kinder halfen sich rührend gegenseitig über die steilen Passagen hinweg. Hohes Schilf gab uns ein richtiges Dschungelgefühl. Viele der Kinder waren noch in Gummistiefeln in der Natur unterwegs. Durchweg aufmerksam lauschten sie den Erklärungen von Helmut Hermann und beteiligten sich lebhaft an seinen Quiz-Fragen.

Kinder der Mittelschule Schongau im Einsatz für die Artenvielfalt (Foto: Margret Hütt)

Anschließend stärkten wir uns mit einer guten Brotzeit und Getränken, die der BUND Naturschutz spendiert hatte. Dann gingen wir an die Arbeit. An einem der steilen Hänge, die wir zuvor überquert hatten, musste das Gras gerecht und fortgetragen werden. Nach einer Einweisung in die Gefahren und die Handhabung der Arbeitsgeräte schnappten sich die Kinder Rechen, Gabeln und Planen. Zwei Stunden rechten wir, glaubten Holzstecken aus dem Gras und türmten das Gras auf die Planen, die dann in Gruppenarbeit auf flaches Gelände gezogen wurden. Dort wurde das Gras zu einem Schwaden ausgelegt, damit der Bauer es mit seinem Ladewagen abholen kann. Einer der Jungen zog 16 Planen vom Hang auf die Wiese. Ganz geschafft stärkten wir uns mit Kuchen, bevor wir die Geräte wieder nach oben trugen um sie auf dem Anhänger zu verstauen. Nach einem herzlichen Danke an Helmut machten sich alle stolz, glücklich und gutgelaunt aber müde auf den Nachhauseweg. Es ist angedacht, diese Aktion auch im nächsten Jahr und dann vielleicht dauerhaft zu wiederholen. Die Klasse bastelt in den nächsten Wochen eine Ausstellung zu dieser Aktion, die sie dann in der Schule präsentieren wollen.

 

Es war sehr schön mitzuerleben, wie die Kinder einen Bezug zur Natur entwickelten, wie sie einen Lebensraum kennenlernten, der den meisten zuvor doch eher fremd war, und wie interessiert die Klasse mitmachte. Die Lehrerin stand voll und ganz hinter der Aktion, war am Ende begeistert und umarmte uns zum Abschluss lange."


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