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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Ergebnisse der Vegetationskartierung im Weideprojekt


Durch Schneebruch geschädigte Tamariske am Ochsensitzer mit Neuaustrieb von Unten. Foto: Joachim Kaschek

Der schneereiche Winter 2018/19 hat auch auf den Projekt-Weideflächen seine Spuren hinterlassen. Vor allem der fast zwei Meter mächtige und teils sehr nasse Schnee hat große Schäden an den Zäunen verursacht, als auch zu einem verspäteten Austrieb der Vegetation geführt. Zwar konnte die Beweidung der Koppeln unterhalb des Sylvensteinspeichers dank des warmen Wetters im April doch noch im Mai aufgenommen werden, jedoch werden auf den beiden Koppeln westlich Vorderriß in diesem Jahr voraussichtlich erst gegen Ende Juni wieder die Ziegen und Rinder aufgetrieben.

 

2018 wurden vom Büro Quinger die ersten Ergebnisse der Auswirkungen der Beweidung auf die Vegetation der Flächen von Koppel 2, Bibermühle und Koppel 6 sowie Ochsensitz ermittelt und ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass auf den Probeflächen an der Bibermühle die Ziegen nicht nur die Laubgehölze abgefressen haben, sondern auch Wacholder und Waldkiefer verbissen oder geschält haben, so dass es hier zu größeren – gewünschten – Ausfällen kam. Mutmaßlich hat auch der Hitzesommer 2018 dazu seinen Beitrag geleistet, da die geschädigten Gehölze durch den zusätzlichen Stress noch weiter geschädigt wurden. Es zeigt sich aber auch, dass bedingt durch die extrem grobschotterigen Böden, der Anteil an Gräsern sehr gering ist und die Weidetiere auch verstärkt Silberwurz, Schnee-Heide und Ochsenauge verbeißen und verdrängen. Außerdem konnte in den eher waldartigen Bereichen die höhere Artenvielfalt nachgewiesen werden. Begründet wird dies mit der deutlich gesteigerten Flächengröße der Probeflächen, sowie dort bestehende etwas höhere Humusauflage. Empfehlungen für die Fläche an der Bibermühle sind: Erhalt von kleinflächigen Gehölzstandorten innerhalb der Koppeln und evtl. Anpassung der Anzahl der Weidetiere.

 

Ganz anders zeigte sich das Bild auf der Ochsensitzer Fläche bei Vorderriß. Dort hatten es die Ziegen geschafft, viele der Gehölze – auch die Wacholder – deutlich zu reduzieren; der Anteil an Gehölzen war auf dieser Fläche aber von vorn herein deutlich geringer, als an der Bibermühle. Die dort aufgrund des höheren Grundwasserstands und anderer Faktoren bessere Wasserversorgung hat dafür gesorgt, dass Gräserarten die Vegetation stärker dominieren. Als erstes hat das offensichtlich weideempfindliche Bunte Reitgras reagiert und wurde auf den Probeflächen stärker zurück gedrängt. Wertgebende Arten, wie der Stengellose Enzian oder auch der seltene Schlauchenzian, blieben in ihren Deckungswerten konstant. Auch die bei der Bibermühle besonders stark befressene Schnee-Heide blieb auf dieser Fläche weitgehend erhalten. Von Quinger wird empfohlen, dass die Beweidung stärker auf Rinder umgestellt und die Weidezeit gekürzt wird, dafür aber mit mehr Tieren durchgeführt werden soll.


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