Erholungsdruck macht Kiesbrütern an der Isar nachweislich zu schaffen


Mit Hilfe einer Förderung durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt und den Bayerischen Naturschutzfonds konnte der LBV 2017 Besucherzählungen und Brutplatzbeobachtungen an der Isar durchführen. Bei den Untersuchungen wurden neue Spitzenwerte beim Besucheraufkommen ermittelt. 

 

Neben den Zählungen wurden erstmals auch Störungen im Umfeld von Flussregenpfeifer-Brutplätzen untersucht. Dabei wurde u. a. festgestellt, dass es an einzelnen, stark frequentierten Plätzen trotz Absperrungen und Betretungsverbotsschildern zu erheblichen Störungen durch Menschen und Hunde kam.

 

Am 15.06.2017 wurden die brütenden Flussregenpfeifer auf der Kiesinsel in Bad Tölz innerhalb von vier Stunden neun Mal gestört. Vier der neun Störungen waren so erheblich, dass der brütende Altvogel vom Gelege flüchtete. Insgesamt wurden 2017 am Standort in Bad Tölz drei erfolglose Brutversuche nachgewiesen.

An einem ebenfalls mit Absperrband und Betretungsverbotsschild geschützten Brutplatz in der Nähe von Geretsried wurde die Schutzeinrichtung sabotiert. Bei der Brutplatz-Kontrolle mit dem Isarranger Bernhard März waren gleich auf zwei Seiten der Absperrung Pfosten umgelegt, was die Schutzeinrichtung wirkungslos machte.

 

Die Beobachtungsergebnisse machen deutlich, dass die Anstrengungen zum Schutz der Isar-Kiesbrüter an einzelnen Standorten/Abschnitten deutlich verstärkt werden müssen.

 

Neben den Tausenden von Spaziergängern und Badegästen in den Isarauen wird auch der erhebliche Umfang des Bootsverkehrs auf der Isar mit Sorge betrachtet: So wurden am 26.08.2017 innerhalb von drei Stunden 231 Boote an der Dürnsteiner Brücke mit 614 Besatzungsmitgliedern gezählt.

 

Trotz Betretungsverbotsschildern kommt es immer wieder zu Störungen in den Brutgebieten © Renate Müller


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