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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Erster begehbarer ökologische Fußabdruck in Deutschland


Ein Meilenstein der Umweltbildung ist auf dem Gelände der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf geschaffen worden: ein rund 1.000 qm großer, begehbarer ökologischer Fußabdruck. Am 24. März wurde die Anlage, die Schülerinnen aus Lenggries geplant und gestaltet haben, feierlich eröffnet. Schulklassen, Gruppen aus Horten, Vereinen und Verbänden sowie Familien können dort nun lernen, wie sie ihr Alltagsleben klimafreundlich und nachhaltig gestalten.

 

Richtig oder falsch im Sinne der Umwelt

Das 1.000 qm große Labyrinth aus Hainbuchen beherbergt einen interaktiven Lehrpfad: Den Weg von der Ferse zu den Zehen müssen die Besucher selbst finden, indem sie Fragen zum umweltbewussten Verhalten im Alltag beantworten, von Konsum über Mobilität bis zu Energie und Ernährung. Beispielsweise, wie sie am meisten warmes Wasser sparen oder wie sie bei Handykauf und -nutzung ökologisch verantwortungsvoll handeln. Wer „falsch“ antwortet, gerät in eine Sackgasse und muss zur Frage zurückgehen. Auf diese Weise erwerben die Besucher neues Wissen über die lokalen und globalen Auswirkungen des Konsumverhaltens. Vor allem aber erhalten sie Anregungen, wie sie konkret im Alltag Ressourcen schonen, CO2 einsparen und sozial verantwortungsvoll konsumieren können. Mitmachstationen, etwa ein Fahrrad oder ein Balancierbalken, geben weitere Handlungsimpulse.

 

Workshops für ein nachhaltiges Leben

Interessierte Gruppen können nun die Anlage nach Voranmeldung besuchen und es gibt zusätzlich ein neues Angebot im pädagogischen Programm der Umweltstation Königsdorf: Workshops für Schulklassen sowie Kinder- und Jugendgruppen aus Horten, Vereinen und Verbänden. Dabei werden die Fragen aus dem Ökofuß zunächst durch Spiele und Filme vertieft und anschließend werden die Teilnehmenden selbst aktiv. Beispielsweise gestalten sie in Upcycling-Workshops aus gebrauchten Materialien neue Gegenstände wie Kleinmöbel, Taschen oder Schmuck, in Energie- und Ernährungsworkshops bauen sie Solarkocher, sammeln Essbares in der Natur und kochen gemeinsam. Das Ziel ist immer: Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren und mit in den Alltag zu nehmen, wie man möglichst wenig Ressourcen verbraucht, CO2 ausstößt und Müll produziert – und trotzdem zufrieden und glücklich lebt. Details des Programms finden sich auf der Website der Jugendsiedlung Hochland.

 

Ein Schulprojekt wird groß

Die Idee zum Fußabdruck entstand vor zwei Jahren in einem Praxisseminar zum Thema „Nachhaltigkeit“ am Erzbischöflichen St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries, unter Leitung von Lehrkraft Tamara Höcherl. Die Schülerinnen forschten, vernetzten sich, beantragten Fördergelder, suchten Unterstützer und Sponsoren und fanden im weitläufigen Naturgelände der Jugendsiedlung Hochland einen geeigneten Platz. Diesen stellte ihnen der Trägerverein kostenlos zur Verfügung. Die Schülerinnen des folgenden P-Seminars begannen dann im Sommer 2016 mit den Bau- und Pflanzarbeiten und schon im Herbst war das Ganze fertig. Im Februar gewann die Schule für dieses außergewöhnliche Projekt den Bayerischen P-Seminar-Preis des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, im März sogar den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung.

 

Was ist ein ökologischer Fußabdruck?

Wir alle hinterlassen etwas in dieser Welt – einerseits zu wenig, andererseits zu viel: Wir verbrauchen Ressourcen, wir produzieren CO2 und andere Treibhausgase, wir reduzieren Naturräume. Einfach, indem wir leben: bauen, wohnen, heizen, essen, Kleidung und andere Gegenstände kaufen, Auto fahren oder fliegen. All das fließt in das Bild des ökologischen Fußabdrucks ein: Das ist die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Der Fußabdruck eines durchschnittlichen Deutschen ist zweieinhalb Mal so groß, wie er sein müsste, um die biologische Kapazität der Erde zu erhalten. Die gute Nachricht: Jeder kann das ändern – und das kann sogar Spaß machen!

 

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