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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Flussfilmfest München 2017


Am 5. Februar 2017 fand erstmals ein Flussfilmfest in den Museum Lichtspielen in München statt. Die Veranstalter, der Umweltverband GRÜNE LIGA und der WWF Deutschland, zeigten sich zufrieden, denn das Interesse am Filmfest war enorm. Viele mussten unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werden, nachdem die Tickets bereits frühzeitig ausverkauft waren. Letztendlich war der Kinosaal zu klein. Die Schlussfolgerung der Veranstalter ist klar: Wir wollen auch im nächsten Jahr wieder ein Flussfilmfest organisieren!

Flussfilmfest München
Von rechts nach links: Die Gäste diskutieren mit Heinz Förder (Filmemacher), Harald Jungbold (Lebensraum Lechtal) und Walter Binder (Stiftung Living Rivers) über die Veränderung unserer Flüsse. Die Moderation übernahm Sigrun Lange (WWF Deutschland). © WWF

In verschiedenen Beiträgen wurden die Schönheit und dynamische Vielfalt frei fließender Flüsse gefeiert und zugleich deren historische Veränderung und aktuelle Bedrohung thematisiert. Ein zentrales Thema war der Einfluss der Wasserkraftnutzung auf die Lebensräume an und im Fluss.

Flussfilmfest München
Von links nach rechts: Wolfgang Hug und Elisabth Sötz (beide WWF) in Diskussion mit den Gästen des Filmfestes (© WWF).

Das Filmfest begann vormittags mit der Dokumentation „DER BAYERISCHE LECH – GEFÜRCHTET, GELIEBT, GEFANGEN“. Auf österreichischer Seite ist der Lech einer der letzten Wildflüsse nördlich der Alpen. Auf bayerischem Gebiet wurde der Fluss jedoch im Laufe von etwa hundert Jahren von einer dynamischen Naturlandschaft in einen Stromlieferanten verwandelt. Der Augsburger Filmemacher Heinz Förder zeigt in seinem Beitrag, wie der Bau der Stauseen den Fluss und seine Umgebung im Laufe der Zeit verändert hat. Doch der Film fesselt den Zuschauer auch mit wunderbaren Naturaufnahmen und historischen Details. Zurück bleibt das Gefühl: Mit gemeinsamen Anstrengungen lassen sich flusstypische Arten und Landschaften am Lech erhalten. Zusammen mit Walter Binder, ehemaliger Leiter des Bayerischen Landesamts für Wasserwirtschaft, und Harald Jungbold vom Verein Lebensraum Lechtal, stellte sich Filmautor Förder nach der Vorführung den Fragen der Zuschauer.

 

Im Nachmittagsblock thematisierten mehrere Filme die Bedrohung der Flüsse in den Alpen und auf dem Balkan durch den boomenden Kraftwerksbau. Anschließend hatten die Zuschauer die Gelegenheit, mit Walter Binder und Johannes Schnell vom Landesfischereiverband Bayern das Für und Wider der Wasserkraftnutzung zu diskutieren. Diese zählt zu den erneuerbaren Energiequellen, doch auch wenn die Kraft des fließenden Wassers erneuerbar ist – die Flusssysteme, die für die Energiegewinnung zerstört werden, sind es nicht oder bedingt.

 

Das Flussfilmfest München war zugleich eine von rund 150 Stationen des „Wild & Scenic Film Festival On Tour“, des größten amerikanischen Umweltfilmfests. Im Abendblock war daher eine Auswahl von Kurzfilmen aus dessen Programm zu sehen. Den Abschluss des Münchner Flussfilmfests bildete „DAMNATION“. Die Filmemacher Matt Stoecker und Travis Rummel zeichnen die Geschichte des Staudammbaus in den USA nach, um dann in beeindruckenden Bildern und Berichten die Weckrufe und die Erfolge der Umweltbewegung zu dokumentieren: Allen voran den Abriss zweier Staudämme am Elwha River im Bundesstaat Washington. Die Wiedergeburt dieses Wildflusses ist überwältigend – und ein Zeichen der Hoffnung für bedrohte Flüsse weltweit.

 

Filmfest München

Das Flussfilmfest ruft dazu auf, die letzten Wildflüsse in Europa zu erhalten. Machen Sie mit!


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