Fördermittelgeber zu Besuch an der oberen Isar


Am 23. Juli 2018, einen Tag vor der 16. Sitzung der Hotspot-Steuerungsgruppe des Projekts „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“, erhielten die Verbundpartner hohen Besuch der Fördermittelgeber aus Bonn. Gefördert wird das noch bis September 2020 laufende Hotspot-Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds.

 

Die Vertreter des BMU Holger Galas und Angelika Balzert sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Jörg Petermann,  Martin Blum und Stefan von Wrangel nahmen die Reise nach Oberbayern auf sich, um sich mit eigenen Augen ein Bild vom Fortschritt des Projekts machen zu können. Dabei war es das Ziel, die Projektregion besser kennenzulernen und die Umsetzung naturschutzfachlicher Maßnahmen vor Ort zu erleben.

 

Joachim Kaschek (Isartalverein und Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und Fabian Unger (Landesbund für Vogelschutz) hatten dafür zu einer gemeinsamen Exkursion an die obere Isar geladen. Die Teilnehmenden vom BMU, DLR und WWF versammelten sich am Nachmittag am Bahnhof in Bad Tölz, um von dort verschiedene Projektstandorte entlang der Isar zu besichtigen.

 

So besuchte die Gruppe unter anderem das vom Isartalverein betreute Weideprojekt an den Isarauen bei Lenggries. Mit Hilfe von Beweidung durch Ziegen und Esel will der Verein den Artenreichtum auf flussbaulich gestörten Schwemmlingsfluren wiederherstellen und die Entwicklung von Stadien der Schneeheide-Kiefernwälder reduzieren. Im Rahmen des Projektes sollen bis 2020 bis zu 57 Hektar in das Weideprojekt einbezogen werden. Die neugierigen Tiere genossen die Aufmerksamkeit der Gruppe sichtlich und gingen fleißig ihrer Arbeit nach.

 

Die Esel auf der Beweidungsfläche an der Isar bei Lenggries sind fleißig dabei, die Uferregion freizuhalten © Arite Hildebrandt

Im Anschluss ging es für die Gruppe weiter südlich zum Sylvensteinspeicher, ein in den 1950er Jahren im Isarwinkel erbauter Stausee. Neben der Stromerzeugung dient dieser Stausee als Niedrigwasseraufhöhung der Isar unterhalb des Speichers, aufgrund der Ableitung nahezu des gesamten Wassers der oberen Isar zum Walchensee und ins Inntal sowie dem Hochwasserschutz. Gleichzeitig ist er heute ein beliebtes Erholungsgebiet und wurde inzwischen zum Teil unter Schutz gestellt.

 

Von dort aus besuchten die Teilnehmenden weitere beeindruckende Flussstandorte oberhalb des Sylvensteinspeichers und bewunderten naturnahe, geradezu wilde Abschnitte der Isar. Die Exkursionsleiter glänzten mit ihrer Artenkenntnis und machten die Gruppe im Flussbett auf gefährdete Arten wie die Gefleckte Schnarrschrecke, die Deutsche Tamariske und den Alpen-Knorpellattich aufmerksam. Bei letzterem handelt es sich um eine in Bayern fast vollständig verschwundene Pflanzenart, die aus Samen lokaler Populationen nachgezogen und vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen wieder an geeigneten Standorten ausgebracht wurde.

 

Für alle Teilnehmenden war es ein sehr lehr- und abwechslungsreicher Ausflug, der ein eindrückliches Bild von den im Rahmen des Verbundprojekts erbrachten Leistungen zeichnete und die Maßnahmen der Projektpartner vor Ort für alle Beteiligten greifbarer machte. Die Fördermittelgeber von BMU und DLR erlebten die vorgestellten Aktivitäten als sehr zielführend und positiv, wiesen jedoch darauf hin, dass eine gemeinsame Perspektive für die Zeit nach Abschluss des Verbundprojekts zu entwickeln sei, um die vorgestellten Projekterfolge zu verstetigen. Ein Vorhaben, das nur gemeinsam gelingen werden kann!

 

Die Deutsche Tamariske im Flussbett der oberen Isar © Arite Hildebrandt


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