Führung entlang der Jachen und in das Schemerfilz


Bei schönstem Wetter konnte der LBV eine große Schar Naturwanderer zu einer Führung in der Gemeinde Lenggries begrüßen © Joachim Kaschek

Bei schönstem Wetter konnte Birgit Weis vom LBV eine große Schar Naturwanderer zu einer Führung entlang der Jachen und in das Schemerfilz in der Gemeinde Lenggries begrüßen. Zusammen mit Joachim Kaschek vom Isartalverein sollte die Jachen als alpiner Wildbach vorgestellt werden und auch eines der besterhaltenen Hochmoore, nämlich das Schemerfilz im Jachental.

 

Auch die „Schneeheide-Kiefernwälder“, die typische Vegetation entlang der Jachen durften dabei nicht zu kurz kommen.

Am Treffpunkt in Leger konnte Joachim Kaschek aber zunächst die Auswirkungen der teils Jahrhunderte alten Nutzung der Wasserkraft am Beispiel des Legerwehr/Landerermühle und des Walchenseekraftwerks erläutern.

 

So wird derzeit eine Planung erstellt, die Jachen am Leger Wehr für Fische wieder durchgängig zu machen um einer berechtigten Forderung aus den Vorschriften der Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL) nachzukommen. Untersuchungen der Fischlebensräume für Isar und Jachen haben nämlich einen bedenklichen Zustand festgestellt, der dringend verbessert werden muss.

 

Dass entlang der Jachen aber auch noch viele seltene Tier- und Pflanzenarten vorkommen, konnten Birgit Weis und Joachim Kaschek an vielen Stellen zeigen. So tummelten sich in einer wassergefüllten Fahrspur gleich mehrere Gelbbauchunken – eine Amphibienart, die im Alpenvorland zwar noch oft anzutreffen ist, bayerweit in ihrem Bestand aber stark bedroht ist (Rote Liste 2).

Aber auch viele verschieden Orchideenarten konnten im Schneeheide-Kieferwald gezeigt werden, so die Stattliche Händelwurz, die Sumpf-Stendelwurz und die Fliegen-Ragwurz.

 

Ein Highlight für viele war sicher der westliche Teil des Schemerfilzes; die in der Literatur oft beschriebene Abfolge eines gehölzfreien Hochmoorzentrums und Übergängen zu Latschen und Hochmoorrandwald findet sich nicht mehr oft. Dass sich dann auch noch eine der seltensten Schmetterlingsarten, nämlich der Hochmoorgelbling sehen ließ, machte das Erlebnis perfekt.

 

Zuletzt besichtigte man auch noch einen Teil des Schemerfilzes, der von den Staatsforsten vor 11 Jahren wiedervernässt wurde. Vor vielen Jahrzehnten mit tiefen Entwässerungsgräben versehen, hatte sich das Moor in einen fast geschlossenen Moorkiefernwald verwandelt. Um die Filzen wieder in einen natürlichen Zustand zu versetzen wurden die Gräben mit Torf verschlossen und das Wasser eingestaut. Erste Erfolge sind schon sichtbar.


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