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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Führung von Geografielehrern des Carl-Orff-Gymnasiums München


Joachim Kaschek von der unteren Naturschutzbehörde und Fabian Unger (LBV) hatten am 5. Juli Lehrerinnen und Lehrer des Carl-Orff-Gymnasiums München in der Pupplinger Au zu Gast. Viktoria Ziegler von der Fachschaft Geografie hatte die Exkursion an ihrer Schule organisiert. In drei Stunden konnten Fabian Unger und Joachim Kaschek das Ökosystem eines alpinen Wildflusses vorstellen und die mit der Wasserableitung für Wasserkraftnutzung und Geschiebemangel verursachten Probleme näher beleuchten.

 

Vorgestellt wurde den Lehrkräften das Weideprojekt mit Murnau-Werdenfelser Rindern des Isartalvereins. Dabei ließen sich die Tiere in der Weide aus nächster Nähe gut beobachten und ihr Werk in Augenschein nehmen. 33 Kühe, ihre Kälber und ein Stier sollen nämlich das bis 2010 auf der Weidefläche dominierend Rohrpfeifengras dezimieren und die Chancen für die Wiederbesiedlung mit vielen anderen Arten des Schneeheide-Kiefernwalds ermöglichen. Dass die Tiere hier schon volle Arbeit geleistet haben, war bei der Wanderung durch die Weide offensichtlich.

 

Die Pfeifengrashorste sind an vielen Stellen schon verschwunden oder deutlich reduziert und andere Arten wie z.B. die Dunkle Akelei oder die Zypressenwolfsmilch treten an ihre Stelle.

 

Im zweiten Teil der Exkursion wurden die Gäste durch ein Dickicht aus Lavendelheide hinaus zur Isar geführt. Der Besichtigungspunkt war von Joachim Kaschek bewusst ausgewählt worden – konnten dort nicht nur die Probleme mit Neophyten wie Kanadischer Goldrute oder Drüsigem Springkraut angesprochen werden. Vielmehr hat sich auf den Schotterbänken am Isarspitz seit wenigen Jahren die Deutsche Tamariske als typische Wildflussart wieder in stattlicher Zahl angesiedelt. Fabian Unger konnte die ökologischen Ansprüche der vom Aussterben bedrohten Art vorstellen und die Empfindlichkeit des Wildfluss-Ökosystems deutlich vor Augen führen.

 

Zuletzt berichtete er noch vom bislang vergeblichen Versuch die Flussseeschwalbe in der Au wieder anzusiedeln. Während der elegante Flieger bislang nur bei Beobachtungsflügen im Gebiet zu sehen war, konnte Unger von der erfolgreichen Brut eines Flussregenpfeifers mit drei flüggen Jungvögeln berichten und die beeindruckten Zuhörer zufrieden nach München entlassen.

 

Joachim Kaschek (Untere Naturschutzbehörde) und Fabian Unger (LBV) hatten Lehrerinnen und Lehrer des Carl-Orff-Gymnasiums München in der Pupplinger Au zu Gast © Joachim Kaschek


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