Kinder setzen sich für den Biber in ihrer Heimat ein


Am Donnerstag den 23.11.17 nahm eine 5. Klasse der Mittelschule Südschule Bad Tölz am Workshop "Biodiversität-Pack ma´s" teil. Der Workshop stand ganz im Zeichen des Bibers. In einem schmalen Uferstreifen an der Isar hinter dem Betriebsgelände der historischen Holzfabrik Moralt entstand im Laufe der letzten 50 Jahre ein schöner Auenwald mit den verschiedensten für eine Aue typischen Pflanzen.

 

Auch der Biber hat dieses abgeschiedene Stück Ufer entdeckt. Leider wurde dort ein Stacheldrahtzaun aufgespannt, der nun am Boden liegend und mit Pflanzen überwuchert eine große Gefahr für den Biber darstellt. Dieses Stück Natur sicher für den Biber zu machen, das hatte sich die Klasse 5a mit ihrer Lehrerin Tina Schröter vorgenommen. Unterstützt wurden sie dabei von der Organisatorin dieses Workshops Margret Hütt und den Isar Rangern Bernhard März und Sebastian Thalhammer. Bernhard März hatte auch dieses Kleinod für die Mittelschüler entdeckt. Der Workshop "Biodiversität-Pack ma´s" findet im Rahmen des Naturschutz - Hotspot-Projektes "Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben vom Ammersee bis Zugspitze" statt und wird vom BUND Naturschutz organisiert.

 

Gleich morgens um 8 Uhr traf sich die Klasse 5a der Mittelschule und ihre Lehrerin Tina Schröter mit der Organisatorin Margret Hütt vom BUND Naturschutz zu ihrem Workshop. Das Wetter war herrlich, aber kalt. Noch ließ der angekündigte Föhn auf sich warten. Mit Arbeitshosen und festen  Schuhen ausgerüstet wanderte die Gruppe zur Isar. Viele waren noch nie in einem Auenwald. Sie freuten sich sehr darauf, ein Biberrevier live zu erleben, hatten sich die meisten von ihnen doch schon öfter mit dem Thema Biber beschäftigt. Einige der Kinder erzählten aufgeregt, dass sie schon einmal einen Biber schwimmen sahen.

 

An einem Parkplatz an der Isar traf die Klasse die Isar Ranger Bernhard März und Sebastian Thalhammer. Interessiert fragten die Kinder die Ranger nach ihren Aufgaben und wie lange sie denn schon Ranger seien. Als Einführung erzählte Margret Hütt, illustriert mit vielen Bildern, vom Verhalten und der Lebensweise des Bibers. Dann bahnte sich die Gruppe über Erdhäufen einen Weg zur Isar. Dort suchten die Kinder begeistert und eifrig nach den Spuren, die die Biber hinterlassen hatten. 73 abgenagte Bäume wurden gezählt, zwei Biberburgen, verschieden breite Biberrutschen und eine breite "Biberautobahn" zur Isar wurden entdeckt. Bernhard März zeigte Ihnen verschiedene für die Aue typische Bäume und Pflanzen, wie Ulmen, Silberweiden und wilden Hopfen, der die Bäume berankt. Die Kinder rochen an den leuchtend roten Beeren des wolligen Schneeballs, einem für die Flößer wichtigen Strauch, wie Sebastian Thalhammer den Kindern erklärte.

 

Nach dieser Exkursion stärkte sich die Gruppe mit einer vom Bund Naturschutz spendierten Brotzeit. Dann verglichen die Kinder Luftbilder von heute mit historischen Karten, die die Landschaft von 1860 darstellen. Verblüfft und betroffen erkannten die Kinder, wie wenig Platz die Isar heute noch hat. Statt großer Kiesbänke und vieler Seitenarme bedecken heute Häuser und Wiesen weite Teile.

 

Nach dieser Einführung in den Lebensraum folgte nun der praktische Teil des Workshops. Vor einigen Jahren wurde ein mit drei Drähten bestückter Stacheldrahtzaun über eine mindestens 500 m weite Strecke entlang der Isar errichtet. Dieser lag nun unter Sträuchern verborgen am Boden und stellte eine gefährliche Falle für Tiere dar. Diese gefährliche Falle sollte nun in gemeinsamer Arbeit abgebaut werden. Die Kinder bildeten Arbeitsgruppen und unter der fachmännischen Anleitung von März, Thalhammer, Schröter und Hütt ging es an die nicht ungefährliche Arbeit. Mit großer Konzentration und viel Ernsthaftigkeit wurde der Stacheldraht in kurze Stücke geschnitten und freigelegt. Dann trugen ihn die Kinder vorsichtig zu einem Anhänger, den die Ranger außerhalb des Auenwaldes auf dem Betriebsgelände von Moralt bereitgestellt hatten, und luden ihn auf. Außerdem wurde der zahlreich herumliegende Müll eingesammelt. Ein ganzer Anhänger voll Draht und Müll war das Ergebnis.

 

In der Abschlussrunde erkundigten sich einige Kinder bei Bernhard März und Sebastian Thalhammer, wie man denn Ranger werden könnte und ob es nicht die Möglichkeit gibt, wieder an einer solchen Aktion teilzunehmen. Margret Hütt schlug Ihnen vor, sich beim LBV oder beim BUND Naturschutz zu erkundigen, die in Tölz beide aktiv sind und Jugendgruppen besitzen. In Zukunft selbst keinen Müll in der Natur zu hinterlassen und herumliegenden Müll einzusammeln war für die Kinder jetzt selbstverständlich geworden. Mit großem Applaus und herzlichem Dank wurden die Ranger verabschiedet. Stolz machten sich die Kinder am Nachmittag auf den Rückweg zur Schule. Dort wollen sie eine Informationstafel zum Biber an der Isar anfertigen.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 a lernen den Biber näher kennen


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