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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Mehr Raum für eine natürliche Ammer


Die Ammer bringt die Menschen zusammen. Vertreter verschiedener Naturschutzverbände, Behörden, Gemeinden, Grundeigentümer, Nutzergruppen und des Tourismusverbandes versammelten sich am 17.10.2017 im Landratsamt in Weilheim, um die vom WWF gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten und dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim geplante Renaturierung der Schnalzaue zu diskutieren. Allen ist es ein großes Anliegen, der Ammer in dem Bereich zwischen Böbing und Peiting wieder mehr Raum für die natürliche Entwicklung zu geben. Möglichkeiten, wie das realisiert werden kann, wurden im Rahmen des Hotspotprojektes "Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze" von den Planungsbüros Bosch&Partner, EDR GmbH und Boley erarbeitet. Die Anwesenden diskutierten die Ergebnisse, brachten ihre Interessen ein und übten konstruktive Kritik. Mitarbeiter der Planungsbüros, des Wasserwirtschaftsamtes, des Landratsamtes, des Landesbund für Vogelschutz und des WWF Deutschland beantworteten alle Fragen zur geplanten Renaturierung. Schließlich wurde gemeinsam festgelegt, in welcher Form das Projekt weiterverfolgt werden soll.

Die eingedeichte Ammer im Bereich des Kalkofenstegs (Bild: Lucie Galland)

Geplant ist eine Deichrückverlegung vom Kalkofensteg bis in den Bereich des Schnalzwehres. Die Ammer soll in dem Abschnitt, der in den 1960er Jahren nach einer Haldenrutschung begradigt wurde, zukünftig wieder frei fließen können. Der Fluss strömt hier mit viel Energie aus der Ammerschlucht. Nach diesem natürlichen, geologischen "Korsett" hat die Ammer nach dem "Knie" das Potential, ihren Lauf frei zu gestalten und dabei wertvolle Lebensräume für flusstypische Tier- und Pflanzenarten zu formen. Auch für den Menschen hat ein frei fließender, natürlicher Wildfluss einen großen Reiz. Der Abschnitt ist ein beliebtes Ausflugsziel, vor allem für die Bewohner der umliegenden Gemeinden. Und das soll er auch bleiben. Die Besucher sollen in den nächsten Jahren miterleben können, wie sich der Fluss hier ein Stück seiner Freiheit zurückerobert und dabei ursprüngliche Landschaftsbilder formt, die heute in unserer durchorganisierten Welt selten geworden sind. "Die Schnalzaue hat einen hohen kulturellen Wert für die Bewohner der umliegenden Gemeinden", betont Michael Asam, erster Bürgermeister der Marktgemeinde Peiting. Die geplanten Veränderungen an der Ammer sollen daher durch ein Informationskonzept für Besucher naturverträglich erlebbar gemacht werden.

Nachdem nun alle Beteiligten einer Planungsvariante grundsätzlich zugestimmt haben, geht das Projekt in die nächste Phase. Finanziert durch den WWF im Rahmen des Hotspotprojekts "Alpenflusslandschaften" sollen nun weitere Untersuchungen zu den ökologischen Auswirkungen und eine Konkretisierung der technischen Planung erstellt werden. Die Regierung von Oberbayern hat bereits in Aussicht gestellt, dass sie das Projekt unterstützt und, vorbehaltlich der Genehmigung durch alle zuständigen Behörden, die Umsetzung der Baumaßnahmen übernehmen wird. Die Bayerischen Staatsforsten sind bereit, die benötigten Waldflächen zur Verfügung zu stellen und auch die Fischer an dem Flussabschnitt befürworten die Renaturierung. So ziehen alle an einem Strang und die Ammer hat die Chance, wieder ein kleines Stück ihrer Freiheit und Wildheit zurückzuerhalten.

 

Am 6.11.2017 erschien dazu auch ein Artikel im Münchner Merkur


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