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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Mittelschüler pflegen ein Biotop in Partenkirchen


Einige Schüler bei der Arbeit auf den Wiesen © Margret Hütt

Artenreiche blühende Wiesen sind heute sehr selten geworden. Zu ihrem Erhalt wurde vor einigen Jahren eine gemeindeeigene Wiese unterhalb der Gsteigerstraße auf der Südseite des Wankmassivs entbuscht. Die entstandene Wiesenfläche wird seitdem regelmäßig von den Mitarbeitern des LBV gemäht. Dieses Jahr hatten die LBV-Mitarbeiter Michael Schödl und Brigitte Wegmann Hilfe von einer 8. Klasse der Mittelschule Partenkirchen. Der Workshop "Biodiversität-Pack ma´s" findet im Rahmen des Naturschutz - Hotspot-Projektes "Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben vom Ammersee bis Zugspitze" statt. Organisiert wird dieser Workshop vom BUND Naturschutz und ihrer Mitarbeiterin Margret Hütt.

 

Am Morgen des 19.06.18 trafen sich die Achtklässler zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Hafenrichter von der Mittelschule Partenkirchen mit Herrn Schödl, Frau Wegmann und Frau Hütt an der Vogelschutzwarte. Zur Einstimmung auf das Thema Wiese erklärte Frau Wegmann anhand einer kleinen Ausstellung, wie unterschiedlich der Lebensraum Wiese sein kann. Je nach Intensität der Bewirtschaftung und Lage wachsen zwischen einem Dutzend und an die hundert verschiedene Pflanzenarten auf einer Wiese. Dementsprechend vielfältig ist auch die Insekten- und die von ihr abhängige Vogelwelt.

 

Nach dieser Einführung besichtigte die Gruppe die Streuwiese unterhalb der Vogelschutzwarte. Früher diente dieses Biotop zur Vogelberingung. Heute werden dort vor allem wissenschaftliche Untersuchungen zur Insektenfauna durchgeführt. Auf Holzplanken balancierten die Schüler durch ein Meer von Mädesüß, Rohrkolben und vielen anderen für einen nassen Standort typischen Pflanzen. Von der blauen sibirischen Schwertlilie waren leider nur noch die Fruchtstände zu sehen.

 

Nach diesem Exkurs machte sich die Gruppe auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz, einer sehr steil abfallenden Wiese unterhalb der Gsteigerstraße. Herr Schödl erklärte den Schülern, dass die Wiese zwar entbuscht wurde, man aber Haselnusssträucher, Eichen und Weißdorn stehen ließ, da deren Früchte eine wichtige Nahrungsquelle für die Vögeln sind. Fachmännisch zeigten zwei erfahrene Jungs aus der Klasse ihren Mitschülern, wie man mit Rechen und Heugabel umgeht. Unter der Anleitung von Herrn Schödl und Frau Wegmann wurde nun die Wiese abgerecht und das Gras zu Haufen aufgetürmt. Ein paar Jungs durften auch selbst mit dem Balkenmäher ein Stück Wiese mähen.

 

Der Wind hatte eine Kiefer gefällt. Totholz ist ein wichtiger Lebensraum, deshalb bleibt der Stamm liegen, erläuterte Herr Schödl. Die herum liegenden Äste mussten jedoch abgeklaubt werden. Fleißig trugen die Schüler diese zu den Grashaufen. Diese Grashaufen dienen als Unterschlupf für Schling-  und Ringelnatter oder die ebenfalls hier vorkommende Kreuzotter. Es ließ sich jedoch keine einzige Schlange blicken, was manche der Schüler sogar ein wenig bedauerten.

 

Frau Hütt zeigte den Teilnehmern die benachbarte Magerwiese. Dort lauschten die Schüler der Vielzahl an Tierstimmen und zählten, wie viele verschiedene Blumenarten zurzeit auf der Wiese blühen. Einer der Schüler zählte vierzig verschiedene Blumenarten. Die meiste Begeisterung rief die Aktion hervor, als Schüler Bienen, Hummeln und Co. beobachten konnten. Erstaunt waren die Schüler, als ein Geschmackstest ergab, dass auch auf den heimatlichen  Wiesen "italienische" Gewürze, wie Thymian, Oregano und Salbei wachsen! Auch der wilde Schnittlauch wurde entdeckt. Da lag es nahe, das es zur Brotzeit selbstgemachten Kräuterquark und Kräuterbutter aufs Brot gab.

 

In den kommenden zwei Wochen, fertigt die Klasse ihre eigene Wiesenausstellung an, die sie dann im Schulhaus der Mittelschule Partenkirchen bis zu den Sommerferien präsentieren wird.

 

Autorin: Margret Hütt (BN Wartaweil)


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