Schüler für den Klimaschutz: Moorschutz in der Praxis


Im Einsatz für den Klimaschutz (@ BN)

Moorlandschaften sind in Deutschland eine Seltenheit geworden. Im Rahmen des Projekts "Alpenflusslandschaften“ organisiert der BUND Naturschutz Workcamps für Mittelschulen „Biodiversität“ – pack ma’s!“. Hier wird Jugendlichen der Mittelschule die Möglichkeit gegeben selbst und aktiv diesen Lebensraum in ihrer Heimat kennenzulernen und sich für ihren Erhalt einzusetzen. Am 19. März tauschte die 8 c der Mittelschule Weilheim ihr Klassenzimmer mit einem Arbeitsplatz im Moor in der Nähe der Hardt Kapelle im Magnetsrieder Hardt. Unterstützt wurden dieser "praktische Naturschutz" durch die Lehrer Silke Meissner und Frieder Stoer und der Organisatorin des Workshops, Margret Hütt. Fachmännisch angeleitet wurde die Gruppe vom Gebietsbetreuer und Moorspezialisten Dr. Helmut Hermann.

 

Am Morgen des 19. März stapften die Schüler der 8 c mit Planen, Schaufeln, Schubkarren, Kreuzhacken und Motorsäge bewaffnet bei sehr gemischtem Wetter von der Hardt Kapelle über Wiesen und durch das Moor zur ihrer Einsatzstelle. Zuerst erklärte Helmut Hermann den Jugendlichen, wie Moor entsteht und welchen Einfluss der Mensch auf diese Landschaft hatte.

 

Wie häufig in der Vergangenheit, wurden auch viele Moore im Magnetsrieder Hardt durch das Anlegen von Gräben entwässert, um sie wirtschaftlich nutzen zu können, z.B. zur Gewinnung von Torf als Brennmaterial. Dort, wo die Moore noch einigermaßen in Takt sind, versucht man die Degeneration aufzuhalten, in dem man die Gräben wieder verschließt. Dadurch wird das Moor wieder vernässt und der Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten bleibt erhalten oder regeneriert sich wieder. Durch die Wiedervernässung werden auch die Abbauprozesse des Torfes, bei dem CO2 frei wird, gestoppt. Können die Torfmoose (aus denen das Moor großenteils besteht) wieder weiterwachsen, entnehmen sie der Atmosphäre CO2. Damit leisten intakte Moore durch ihre Speicherung von CO2 einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

 

Die Attraktion des Tages (@ BN)

Nach dieser Einführung ging es an die Arbeit: Die Klasse teilte sich in drei Gruppen um drei Barrieren in den Entwässerungsgräben zu bauen. Mit diesen Querbauten wird eine weitere Entwässerung durch die Gräben verhindert und das Moor so wieder vernässt. Zunächst wurden 60 bis zu drei Meter lange Pfosten, die Hermann schon umgeschnitten hatte, z.T. noch entastet und an die Baustellen geschleppt, um diese dann mit dem einem großen Vorschlaghammer doppelreihig in die Moorgräben einzuschlagen. Bald waren die kühlen Temperaturen vergessen. Nach der Stärkung mit einer Brotzeit begannen die Gruppen, Moor an geeigneten Stellen auszuheben, um damit den Zwischenraum zwischen den Pfostenreihen zu füllen. Die Hauptattraktionen waren jedoch drei kleine Ringelnattern, die wir leider durch unsere Arbeit aus ihrem Winterschlaf schreckten.

 

Trotz des sehr wechselhaften Wetters und der sehr anstrengenden Arbeit war die Stimmung fröhlich, keiner jammerte und viele der Schüler waren mit großem Einsatz und Fleiß bei der Sache. Alle erkannten den Nutzen dieser Arbeit und begeisterten sich für den Lebensraum Moor.

 

In den folgenden Wochen erstellen die Schüler ihre eigenen Lap-Books zu den Themen, Tier- und Pflanzenwelt im Moor, Schleichen und Schlangen und Was ist ein Moor? Warum sollte es geschützt werden? Für diese Jugendlichen ist der Begriff Moor nun mit Bildern, Sinnhaftigkeit und Stolz verbunden.  Zu Recht, haben sie doch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt ihrer Heimat geleistet


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