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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Sensen auf Teufel komm raus


Mitte Juli engagierten sich 25 Ehrenamtliche im Rahmen des Bergwaldprojekts eine Woche für die Artenvielfalt am Lech. Im Bereich der Litzauer Schleife mähten sie Wiesen, um Arten wie Mückenhändelwurz und Sumpfgladiole wieder mehr Raum zu geben.

Freiwilligen-Einsatz an der Litzauer Schleife (Foto: Harald Jungbold).

Die Teilnehmer der Projektwoche sind schwer bewaffnet, um gewissermaßen einem Feind den Garaus zu machen. Ihre Waffen: Sensen, Rechen, Astsägen und Zwicken. Der Feind: Vergraste Flächen am bewaldeten Uferbereich des Lechs. Es soll Lebensraum für seltene Pflanzen geschaffen werden, die immer mehr durch den Graswuchs verdrängt wurden.

 

Harald Jungbold von der Initiative Lebensraum Lechtal kennt sie alle. Die rar gewordenen Pflanzen am bewalteten Uferbereich des Lechs mit den Namen „Mückenhändelwurz“, „Weidenblättriges Ochsenauge“ oder „Sumpfgladiole“ liegen ihm am Herzen. Nur ab und zu sind sie zu erkennen, der Graswuchs hat die Artgenossen quasi aus ihrem Gebiet verjagt. Durch Bergwaldprojekt e.V. soll in der Aktionswoche vor allesm in schwer zugänglichen Flächen eine Wiesenmahd mit Sense und Rechen durchgeführt werden.

 

Alle Teilnehmer sind Freiwillige, die sich zum Ziel gesetzt haben, Lebensraum für seltene Orchideen und Schmetterlingsarten zu erhalten. Ein großes Anliegen für Harald Jungbold während des Einsatzes ist, die Wichtigkeit des Schutzes der Arten- und Lebensraumvielfalt erlebbar zu machen. „In dieser Woche lernen die Teilnehmer die wichtigen Funktionen der verschiedenen Ökosysteme und Bioversität kennen“, erklärt er am Rande des Lechufers. Dass die soziale Komponente nicht zu kurz kommt, weiß Lisa Strixner neben ihm zu berichten. Sie kommt mit einer Gruppe von der Rummelsberger Diakonie (Einrichtung für Menschen mit Behinderung Nähe Nürnberg). „Während des Einsatzes treffen ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Voraussetzungen aufeinander. Gemeinsam arbeiten sie alle an dem gleichen wichtigen Ziel. Das verbindet ungemein“, sagt Lisa.

 

(Auszüge aus dem Artikel von Hans-Helmut Herold, erschienen im Münchner Merkur am 14.7.2017)


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