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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Silberdistel und Sommerwurz – Rechen statt Rechnen


Gelungen und nachhaltig ist die Kooperation vom Bund Naturschutz und der Mittelschule Peiting, die sich am Kalvarienberg für den Erhalt von Silberdistel, Echtem Labkraut, Büschelglockenblume,  Sommerwurz  und vielen weiteren gefährdeter Pflanzenarten einsetzt.

Seit dem Jahr 2009 besteht nun schon eine Biotop-Patenschaft der Mittelschule Peiting für ein ganz besonderes Stück Wiese am Kalvarienberg. Diese Patenschaft fand dieses Jahr im Rahmen des Workshops "Biodiversität - Pack ma´s" statt. Dieser ist ein Teil des Naturschutzprojektes "Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze".

Der Steilhang unterhalb des Kreuzes am Kalvarienberg wurde als Viehweide genutzt und war zu Beginn der Biotoppatenschaft eine gedüngte Fettwiese mit wenigen Arten. Im Lauf von zehn Jahren hat sich die Fläche durch Verzicht auf Dünger in artenreiches Grünland entwickelt, in der bereits einzelne Arten der angrenzenden Magerrasen entdeckt werden können. Weitere 10-20 Jahre wird es dauern, bis die naturschutzfachliche Qualität des angrenzenden Magerrasens erreicht werden wird, deren Samenpotential für die Wiederherstellung zur Verfügung steht.

Die Fläche wird vom Bund Naturschutz mit einem speziell für Steilhänge ausgerüsteten Balkenmäher Mitte bis Ende Juli gemäht, die Schüler der Mittelschule Peiting übernehmen gegen Schuljahresende dann die schweißtreibende Arbeit des Abrechens. Aber viele Hände sind der schweren Arbeit schnelles Ende.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Peiting am Abrechen © Margret Hütt

Dieses Stück Wiese zu pflegen ist bei dem wirtschaftlichen Druck, unter dem die Landwirte heute stehen, für diese kaum mehr zu bewerkstelligen. Um die Artenvielfalt weiter zu entwickeln, muss die Wiese einmal im Jahr gemäht und das Mähgut abtransportiert werden, sonst verbuscht der Hang im Laufe weniger Jahre.  Diese Aufgabe übernahm auch dieses Jahr wieder eine 6. Klasse der Mittelschule Peiting zusammen mit Helmut Hermann von der Kreisgruppe Weilheim des Bund Naturschutzes und Margret Hütt. Unter der fachkundigen Anleitung von Hermann rechten die Schüler das Gras ab und türmten es zu Schwaden. Nach getaner Arbeit blickten die Schüler stolz auf ihr Werk, ließen sich die Brotzeit schmecken und genossen den schönen Ausblick vom Kalvarienberg Richtung Alpen.

 

Im Vorfeld der Aktion trafen sich Ende Juni die Lehrerin C. Braun und ihre Klasse mit Helmut  Hermann  und Margret Hütt zu einer Vorexkursion. Unter der Anleitung von Hermann erforschten und verglichen die Schüler, welche Blumen auf einer Fettwiese und auf einem Magerrasen wachsen - rund vier Mal so viele Arten, wie auf der gedüngten Wiese nebenan. Viele Insekten tummeln sich auf den Blüten und saugen den Nektar. Die umliegenden intensiv genutzten Wiesen werden so oft gemäht, dass nur noch wenige Pflanzen zum Blühen kommen. So finden die Insekten auf diesen Wiesen fast gar keine Nahrung. Obwohl der Boden die Grundlage für die Pflanzen bildet, ist er ein Stiefkind im Naturschutz. Um dieses komplexe Thema den Schülerinnen und Schülern nahezubringen, entnahmen Hütt und die Schüler mit einem Bohrstock Bodenproben, bestimmten die Bodenarten und forschten nach Bodentieren. Die Schüler hatten die Möglichkeit die Bodenstrukturen und die Tiere unter dem Mikroskop zu betrachten. Anschließend diskutierten sie über die Themen Flächenverbrauch und den mangelnden Schutz unserer Böden. Die Schüler bereicherten die Diskussion mit ihrer großen Sachkenntnis.

 

Die stolzen Schülerinnen und Schüler nach getaner Arbeit © Margret Hütt


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