Virtuelles Wasser verstehen


Der Wasserstandort der Jugendsiedlung Hochland hat seit Juli 2018 einen neuen Lehrpfad zum Thema „Virtuelles Wasser“. Unter virtuellem Wasser versteht man die Gesamtmenge an Wasser, die während des Herstellungsprozesses eines Produktes, Lebensmittels oder einer Dienstleistung verbraucht oder verschmutzt wird. Schaut doch mal vorbei!

Tafel 2 zu virtuellem Wasser

Bei der Berechnung des virtuellen Wassergehaltes eines Produktes wird dabei jeder einzelne Schritt im Herstellungsprozess einbezogen. Gerade in Zeiten, wo das Wasser auch in Deutschland knapper wird und stark über den Schutz von Gewässern diskutiert wird, war es uns ein Anliegen, ein Zeichen für kritischen Umgang mit Wasser zu setzen. Beim Lehrpfad können Schulklassen oder Einzelpersonen dem Geheimnis des versteckten Wassers auf die Spur kommen. Bei verschiedenen Stationen bekommt man Informationen zum Wasserverbrauch verschiedener Produkte, der Wichtigkeit des Wassers und Handlungsalternativen. Beispielsweise wird der Wasserverbrauch von Schwein und Rind oder Tomaten aus Deutschland und Italien oder Recycling und nicht-Recycling Papier verglichen. Der Lehrpfad wird u.a. in unsere außerschulische Umweltbildungsarbeit eingebaut und von den Kindern und Jugendlichen mit regem Interesse betrachtet.

Tafel 1 zu virtuellem Wasser

Hintergrundinfos zum virtuellen Wasser: Den Begriff prägte der britische Wissenschaftler John Anthony Allen vom Londoner King’s College in den 1990er-Jahren. Er entwickelte den Begriff als Hilfsmittel, um neue Lösungen für die Wasserknappheit und dadurch drohende Konflikte im Mittleren Osten zu finden. Für das Konzept wurde Allan 2008 mit dem Stockholmer Wasserpreis ausgezeichnet. Man unterscheidet zwischen:

  • Grünem Wasser: virtuelles Wasser aus natürlichen Quellen (Niederschlag, Bodenfeuchte)
  • Blauem Wasser: virtuelles Wasser für künstliche Bewässerung
  • Grauem Wasser: virtuelles Wasser, das während der Nutzung verunreinigt wird (z.B. durch Düngung, Pestizide, Industrieabfälle)

Bei tierischen Produkten wird nicht nur der direkte Wasserverbrauch des Tieres (Tränke) berechnet, sondern auch das virtuelle Wasser für den Anbau des Futters.


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