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Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Weideprojekt in den Isarauen läuft erfolgreich


Der Isartalverein führt in Kooperation mit dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Rahmen des Hotspotprojektes „Alpenflusslandschaften“ ein Weideprojekt mit Ziegen und weiteren Weidetieren auf trockenen verbuschten Flächen entlang der Isar zwischen Bad Tölz und Vorderriß durch.

Im Jahr 2017 konnten zu den zwei seit letztem Jahr beweideten Flächen zwei weitere Weideflächen bei Lexen und bei Vorderriß in die Umsetzung aufgenommen werden. Die zusammen mittlerweile 36 ha großen Flächen werden von zwei Landwirten mit über 50 Ziegen, vier Eseln, zwei Murnau-Werdenfelser Ochsen und einem Pony beweidet.

 

Ziel des Projektes ist der Versuch, allein mit Weidetieren die vor allem durch wasserbauliche Maßnahmen verursachte zunehmende Verbuschung und Bewaldung der ursprünglich offenen Kiesflächen entlang der Isar zurückzudrängen.

Noch ist es zu früh, eine Zwischenbilanz ziehen zu können. Zumindest zeigt sich, dass die Ziegen die Gehölze wunschgemäß fressen und reduzieren. Dabei zeigt sich auch, dass die Ziegen auf der Fläche in Vorderriß schon nach einem Jahr ganze Arbeit geleistet haben und der Verbiss deutlich Wirkung zeigt. Anders, als auf den Flächen südlich von Tölz, wo der Gehölzbestand ungleich größer ist. Auch dort fressen die Ziegen fleißig und ausdauernd, müssen der schieren Masse der Gehölze aber erstmal Herr werden. Bis zum Abschluss des Projektes haben die Tiere aber noch etwas Zeit um ihre Leistungsfähigkeit zeigen zu können. Der Fortschritt wird im Rahmen eines Monitorings (wissenschaftliche Untersuchung der Wirksamkeit) laufend untersucht und bewertet.

Die fleißigen Ziegen reduzieren den Gehölzbestand wunschgemäß (© Joachim Kaschek)

Das Projekt erfreut sich eines regen öffentlichen Interesses

Wir haben auch dieses Jahr die Gelegenheit genutzt das Projekt bei mehreren Vorträgen und Führungen vorzustellen. So konnten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tiefbaufirma Holzer, der Vereinsausschuss des Isartalvereins, Studentinnen und Studenten samt Dozenten der Uni Innsbruck, Mitglieder der evangelischen Kantorei Bad Tölz, Artenschutzkolleginnen und –kollegen oberbayerischer Naturschutzbehörden und Teilnehmer weiterer Führungen ein eigenes Bild über den Projektfortschritt machen. Auch 2018 sind Führungen bereits angefragt und werden im Jahresverlauf auch für jedermann angeboten werden.

 

Ein Highlight war sicherlich der von der Naturschutzakademie Laufen organisierte „Jahrestag der Beweidung“ an dem rekordverdächtige 70 Teilnehmer den Weg nach Bad Tölz fanden, um sich über Neuigkeiten bei Weideprojekten im Naturschutz zu informieren.

 

Seit Mitte Oktober sind die letzten Weidetiere auf die heimischen Höfe zurückgekehrt. Im nächsten Jahr werden nochmals zwei Weideflächen hinzugenommen und warten auf ihre neuen Nutzer – mindestens zwei Dutzend weitere Ziegen.

Die Teilnehmenden des Jahrestags der Beweidung nutzen die Gelegenheit sich über über Neuigkeiten zu Weideprojekten zu informieren (© Joachim Kaschek)


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