Wissen, wo das Geld landet


Gemeinsame Floßfahrt auf dem Lech (Foto: WWF / Lange)

von Patrizia Majowski

 

Das Bundesamt für Naturschutz und der Bayerische Naturschutzfonds fördern die zahlreichen Naturschutz- und Öffentlichkeitsmaßnahmen der Partner im Hotspotprojekt „Alpenflusslandschaften". Klar, dass sie wissen wollen, was mit ihrem Geld bewegt wird. Beim alljährlichen Besuch der Fördermittelgeber ging es diesmal an den Schongauer Lech, wo der Lebensraum Lechtal e.V. einen Teil seiner Maßnahmen vorstellte.

 

Lesung von Hans Schütz (Foto: WWF / Lange)

Als einer der meist verbauten Flüsse braucht der bayerische Lech das verantwortungsbewusste Handeln der Menschen, um seine lebende Vielfalt zu erhalten und seine allmählich schwindende Funktion als eine der wichtigsten Biotopbrücken Bayerns zu stärken. Birgitt Kopp, Geschäftsführerin des Lebensraums Lechtal, setzt sich seit langem für den Lech ein. Sie und ihre Mitarbeiterin, die Lechrangerin Patrizia Majowski, trafen die Fördermittelgeber und das operative Team des Alpenflussprojekts am Lido in Schongau, um den Wert des Flusses für Mensch und Natur zu zeigen. Die Tourist-Info Schongau stellte ein nach historischen Vorbildern wieder erbautes Floß zur Verfügung. Literarisch untermalt und begleitet wurde die Floßfahrt auf dem Lechstausee vom Autor und Naturkenner Hans Schütz. Seine Erzählungen und Gedichte in Hochdeutsch und Lechrainer Mundart untermalten die Bedeutung des Lechs. Im Geiste entstand dabei auch das Bild des historisches Lechs, der sich noch als tosender Wildfluss seinen Weg zur Donau bahnte. Floßführer Alois Sporer nutze die Gelegenheit, um über die Fischfauna aufzuklären. Er zeigte Bilder von der drollig aussehenden Nase und vom riesigen Huchen.

 

Auf der Herrenwiese am Lech (Foto: WWF / Lange)

Anschließend ging es auf einer Wanderung zur Herrenwiese - eine der vielen Juwelen am Mittleren Lech. „Wenn ich auf einer Heidefläche stehe und mir das Leben in Form von seltenen Schmetterlingen, Grashüpfern und Käfern entgegenfliegt und springt, wenn ich am Summen und Schwirren die Lebendigkeit höre und das Farbenspiel der verschiedenen Feuerlilien, Orchideen, des Klebrigen Lein oder einem die kräftigen rot bis rosa blühenden Sumpfgladiolen betrachte, weiß ich: dieser Ort ist besonders“, berichtet Patrizia Majowski.

 

Der Lech verbindet die Kalkstandorte der Schwäbischen Alb mit den nördlichen Kalkalpen. Er stellt also eine bedeutende Biotopbrücke dar, welche die Ausbreitung vieler Arten ermöglicht. Durch die enormen Flussverbauungen ist der lautstarke, lebendige, wütende und grollende Wildfluss, der Unmengen von Geschiebe aus den Alpen zur Donau transportiert und unfassbar vielen Pflanzen und Tieren Heimat geboten hat, zu einer Staustufenkette degradiert worden. Die Menschen haben diesen „wilden Hund“, wie Hans Schütz den Lech in einem Gedicht benennt zu einem „armen Hund“ verwandelt. „Es liegt an uns, dem Lech und seinen Bewohnern wieder mehr Leben einzuhauchen und die bestehende Vielfalt zu bewahren“, meint Lechrangerin Majowski. „Dazu gibt es viele Möglichkeiten, ob praktisch als Ehrenamtlicher beim BUND Naturschutz oder im Bergwaldprojekt bei der Landschaftspflege beim Lebensraum Lechtal.“ Ebenso kann man sich an die Politik wenden, um nach Ablauf der Konzessionen der Staustufen eine biologische Durchgängigkeit zu fordern. Dies funktioniert nur dann, wenn auch die Kiesfracht den Lech wieder hinunterströmen darf. „Und natürlich sind auch die kleinen Dinge wichtig, wie etwa beim Wandern keinen Müll zu hinterlassen“, fügt Majowski hinzu.

 

Sie möchten gerne eine Führung an den Lech oder sich anderweitig über den Lech informieren? Sie wollen Mitglied des Lebensraum Lechtal e.V. werden oder den Verein und seine Stiftung unterstützen? Kontaktieren Sie bitte die Lechrangerin Patrizia Majowski.


Zurück

TOP