Die Gefleckte Schnarrschrecke - ein scharrender Bewohner der Oberläufe

Die Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata) ist ein 26-39 mm großer Vertreter aus der Familie der Feldheuschrecken. Sie gehört zusammen mit der Rotflügeligen Schnarrschrecke (Psophus stridulus), dem Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) und dem Grünen Heupferd (Tettigonia viridissima) zu den größten einheimischen Heuschrecken. Aufgrund ihres grau-braunen, grau-grünen oder grau-schwarzen Tarnkleids und ihres sehr kleinen Verbreitungsgebiets bekommt man die Gefleckte Schnarrschrecke nur noch äußerst selten zu Gesicht. In den Heidegebieten Norddeutschlands ist die Art schon seit Jahrzehnten ausgestorben. In Süddeutschland kommt sie nur noch im Hotspot-Gebiet an der oberen Isar, der oberen Loisach und der oberen Ammer vor.

Neben dem charakteristischen Tarnkleid zeigen die Gefleckten Schnarrschrecken im Flug ihre leuchtend rosa bis rot gefärbten Hinterflügel. Der Flug ist ein echter Flug und kann beim kleineren Männchen sogar über 50 Meter gehen. Die etwas größeren Weibchen fliegen weniger weit. Namensgebend für die Art ist der schnarrende Ton, den beide Geschlechter beim Flug erzeugen.
 

Schnarrschrecke

 
Für die Gefährdung der Gefleckten Schnarrschrecke ist vor allem die fehlende Flussdynamik verantwortlich. Durch fehlende Umlagerungen von Geschiebe (Kies und Sand) und dem damit einhergehenden Verlust großer frischer und vegetationsarmer Kiesbänke, hat sie seit Beginn der Flussregulierungen immense Flächen ihres Lebensraums eingebüßt. Nur noch an wenigen Einzelstandorten an der oberen Isar, der oberen Loisach und der oberen Ammer sind noch Reste der Population zu finden. Denn nur hier gibt es noch geeignete dynamische und noch einigermaßen ungestörte Lebensräume für die schnarrenden Insekten. Aufgrund der dramatischen Gefährdungssituation ist es erforderlich, noch vorhandene natürliche Lebensraumrelikte wie die spärlich mit Silberwurz (Dryas octopetala) und anderen Pionierarten bewachsenen Kiesbänke besonders zu schützen.

Im Rahmen der Maßnahme „Weideprojekt Isaraue – Erhaltung typischer Flora und Fauna der Brennen durch Beweidung auf flussbaulich gestörten Flächen“ soll versucht werden, die wenigen Habitate, die von der Gefleckten Schnarrschrecke noch besiedelt werden, langfristig zu sichern und in einem guten Zustand zu erhalten.

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