Die Seeforelle - Leben zwischen See und Fluss

Die Seeforelle (Salmo trutta morpha lacustres) ist keine eigene Art, sondern ein so genannter „Lebensraumtyp“ der Europäischen Forelle (Salmo trutta). Im Gegensatz zur Bachforelle, verbringt sie den größten Teil ihres Lebens in Seen und wandert nur zur Fortpflanzung zu ihren Laichgründen in den Flüssen. Sie bevorzugt nährstoffarme, tiefe Seen mit guter Wasserqualität. In Bayern bilden die großen Seen im Alpenvorland ihren natürlichen Verbreitungsschwerpunkt. Von dort wandern sie zur Laichzeit von November bis Dezember in die Oberläufe der Seezuflüsse und deren Nebengewässer. Bei der Eiablage schlägt das Weibchen (Rogner) eine Grube in den gut durchströmten Kiesboden und vergräbt dort den Laich. Nachdem die Fischlarven aus den Eiern geschlüpft sind, bleiben sie zunächst im Kiesbereich, bis ihre Nährstoffvorräte aus dem Dottersack aufgebraucht sind. Erst danach schwimmen sie als junge Seeforellen etwa ein bis zwei Jahre in ihrem Geburtsfluss, bevor sie flussabwärts in den See wandern um dort heranzuwachsen. Während sich junge Seeforellen anfangs noch hauptsächlich von Wirbellosen ernähren, stellen die erwachsenen Individuen im See fast ausschließlich anderen Fischen nach. Das gute Lebensraum- und Nahrungsangebot ermöglicht es Seeforellen größer und schneller zu wachsen als manch einer der verwandten Forellen im Bach.


Gefährdet durch den Verbau der Flüsse

Die Seeforelle ist in ihrer Existenz bedroht. Ihre natürlichen Wanderrouten sind durch zahlreiche Querbauten (Dämme, Wehre, etc.) blockiert. Auf ihrem Weg in die Seen muss sie die Turbinen von Wasserkraftanlagen passieren, was oftmals tödlich endet. Eine natürliche Reproduktion der Seeforelle ist den Gewässern Bayerns überaus selten geworden. Sie wurde in die Rote Liste als stark gefährdete Tierart aufgenommen. Fischerei und Naturschutz arbeiten daher eng zusammen um die Seeforellenbestände in den bayerischen Seen und insbesondere in den natürlichen Seezuflüssen über Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums sowie über Besatzmaßnahmen dauerhaft zu sichern und zu fördern.

Bild Seeforelle
Die Seeforelle (© Andreas Hartl, Landesfischereiverband Bayern)

 

Die Seeforelle hat eine langgestreckte, im Querschnitt ovale Körperform. Wie alle Forellen- und Lachsartigen (Salmoniden) besitzt auch die Seeforelle eine Fettflosse. Typisch ist das silberne Schuppenkleid mit prägnanten schwarzen Flecken oder Kreuzen. Ihre Bauchseite ist weißlich. Zur Laichzeit färben sich die Fische um – von Silber zu gelb-rötlichen Brauntönen. Die Männchen (Milchner) bilden zur Laichzeit am Unterkiefer einen beeindruckenden Laichhaken aus. Seeforellen können Längen von über einem Meter und ein Gewicht von über 20 kg erreichen.

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