Tipp 11 - Jetzt ein Floß …

Gesagt, getan! Bei Hochwasser gilt unter den Pelzigen Sklavenameisen das Motto „einer für alle, alle für einen“. Die Tiere klammern sich aneinander und lassen sich wie ein lebendes Floß treiben, um gemeinsam sicheres Land zu erreichen. Schweizer Forscher haben beobachtet, dass bei dieser Ameisenart das ganze Volk am Floßbau beteiligt ist: Die Arbeiterinnen bilden die Basis und tragen die Brut in ihren Mundwerkzeugen. Darüber stapeln sich weitere Schichten von Arbeiterinnen, und alle zusammen schützen ihre Königin, die im Zentrum des Bauwerkes sitzt.


Einige Sklavenameisen wie auch ihre „Herrscher“ stehen auf der Roten Liste und sind besonders geschützt. Die Pelzige Sklavenameise lebt bei uns zum Beispiel auf Kies- und Schotterbänken im Alpenraum – etwa an der Isar. Dort ernährt sie sich vom Honigtau der Blattläuse, von Insekten und anderen kleinen Beutetieren. Mit den Raupen des Idas-Bläulings, einem Tagfalter, unterhält sie eine Art Ernährungs-Kooperation. Seine Raupen sondern ein süßliches Sekret ab – ähnlich wie Blattläuse –, das den Ameisen vorzüglich schmeckt. Der Deal: Die Ameisen beschützen die Raupen vor Feinden und bekommen dafür den leckeren Saft.


Wie Sklavenameisen zu ihrem Namen kommen? Arten, die diese Bezeichnung tragen, werden häufiger von bestimmten anderen Ameisenarten „versklavt“, und müssen diese dann ernähren oder deren Brut aufziehen. Teilweise werden auch schon die Puppen der Sklavenameisen geraubt und im fremden Ameisenstaat zur Knechtschaft erzogen.

Sklavenameisen leben auf Kiesbänken an der Isar. Dort müssen sie stets mit Überschwemmung rechnen
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