Tipp 14 - Was Brüssel mit der Isar zu tun hat

Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie

 

Rund 100.000 Kilometer lang ist das Netz der bayerischen Flüsse und Bäche nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Leider herrschte im vergangenen Jahrhundert geradezu eine Bauwut an unseren Fließgewässern. Nur noch in ganz kurzen Abschnitten dürfen sie frei fließen. Die Europäische Union hat auf den vielerorts schlechten Zustand der Flüsse und Bäche reagiert und die sogenannte Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erlassen. Sie schreibt vor, dass diese bis spätestens 2027 wieder eine gute Wasserqualität, weitgehend natürliche Vorkommen von Tieren und Pflanzen sowie naturnahe Uferzonen aufweisen müssen. Wichtig ist auch die sogenannte Durchgängigkeit. Das bedeutet, dass Querbauwerke wie Wasserkraftwerke für Fische gefahrlos passierbar sein müssen.

Äsche
Äschen sind in der Isar selten geworden (Bild: Hartl, LFV Bayern)

Defizite an der Isar - bis 2017 beheben

 

Erfreulich: Die obere Isar ist bereits größtenteils in einem guten ökologischen Zustand, wie ihn die Wasserrahmenrichtlinie vorschreibt. Zwischen Wolfratshausen und Moosburg sind jedoch die großen isartypischen Wanderfischarten wie Nasen, Huchen und Äschen nur noch vereinzelt anzutreffen. Damit wird der gute ökologische Zustand verfehlt. Es ist dringend erforderlich, die Fischpopulationen bis 2027 zu fördern. Derzeit ist der Fluss noch zu wenig durchgängig und es fehlt an Laichplätzen, auch in den begleitenden Auwaldbächen und in kleineren Nebengewässern. Mit Hilfe des Life-Projekts „Flusserlebnis Isar“ des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz soll nun bis 2021 die Barrierefreiheit für alle Wasserlebewesen in der Isar vom Sylvensteinspeicher bis zur Mündung in die Donau wieder hergestellt werden. Dafür stehen 30 Millionen Euro zur Verfügung.

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