Tipp 15 - Baumeister Biber

Empörung bei den Münchnern: Ein Biber hat ausgerechnet eine bei der Bevölkerung beliebte Weide nördlich der Wittelsbacherbrücke gefällt. Das war 2015. Die Untere Naturschutzbehörde hielt es damals für durchaus möglich, dass der Missetäter der berühmte Museumsinsel-Biber war, den manche gar als „Aushängeschild Münchens“ bezeichnen. Solche und ähnliche Geschichten passieren immer wieder, seit der Biber wieder in Bayern lebt. Sie alle sind geprägt von den widersprüchlichen Gefühlen, die das Tier in der Bevölkerung hervorruft. Die einen lieben ihn, die anderen fürchten seine Freude am Bauen, die er isaraufwärts bis in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen hinauf auslebt.

 

Tatsache ist: Ein Biber kann mehr für naturnahe Flusslandschaften tun, als viele Renaturierungsprojekte. Wo der fleißige Baumeister lebt, fällt er – vor allem im Winter – Bäume, um sich von der Rinde zu ernähren. Die Zweige nutzt er, um sich eine schöne Biberburg oder einen Damm zu bauen. Damit staut er kleine Fließgewässer auf, bis sich Teiche bilden, die einen sichernden Wasserbereich um die Biberburg gewährleisten. In Windeseile entstehen so aus begradigten Bächen abwechslungsreiche, sich durch die Landschaft windende Fließgewässer mit reichlich Totholz und Lebensräumen für viele Tier- und Pflanzenarten.

Baumeister Bilder (Bild: Renate Hänig)

Dort, wo es im Zusammenleben zwischen Biber und Mensch zu Konflikten kommt, gibt es fast immer gute Lösungen. So schützt man wertvolle oder besonders alte Bäume recht einfach mit einem um den Stamm gewickelten Hasendraht. Für schwierigere Fälle gibt es in Bayern sogar Biberberater, die gerne weiterhelfen.

TOP