Tipp 6 - Eben noch plätschernd, jetzt schon reißend ...

... präsentiert sich die Isar bei Hochwasser, ganz ihrem Beinamen „die Reißende“ folgend. Die letzte Juliwoche zeigt: Der Fluss kann bei starken Regenfällen binnen Stunden zu einem wilden Strom werden. Zwei Camper wurden sogar mitten in München auf der Weideninsel nahe der Reichenbachbrücke vom Hochwasser überrascht. Trotz Hilferufen wurden sie erst nach drei Tagen von dem alles andere als einsamen Eiland gerettet, ihre Ausrüstung war zum Teil weggespült worden. Wer den Anstieg des Pegelstands bei Hochwasser beobachtet, versteht, warum er im Isartal weder campen noch Müll zurücklassen sollte – nicht einmal in aufgestellten Mülleimern. Zu schnell werden diese bei einem Hochwasserereignis überspült, nimmt der Fluss schmutzige Fracht aus den Uferbereichen auf.
Durch Starkregen werden auch Dünger, Pestizide, Bodenpartikel und Exkremente in die Isar geschwemmt. Die Entkeimungsanlagen von Kläranlagen am Oberlauf können ausfallen, die Wasserqualität ist bei Hochwasser in jedem Fall belastet. Baden verbietet sich damit von selbst, will man sich nicht potenziell krankmachenden Keimen aussetzen.
Auch für Bootsfahrer heißt es jetzt erst einmal Pause, selbst wenn der Scheitelpunkt des Hochwassers überschritten ist. Alljährlich müssen Menschen aus gefährlichen Situationen gerettet werden, weil sie die Gefahr unterschätzt haben: Veränderte starke Strömungen, Treibgut bis hin zu ganzen Baumstämmen, Strudel und Wasserwalzen an Orten, wo gestern noch gefahrlos gebadet werden konnte. Informationen zu den Wasserständen gibt es unter den nebenstehenden Links, auch nach Abklingen hoher Wasserstände ist jedoch erhöhte Vorsicht geboten. Verborgene Hindernisse wie Totholz oder mitgeschwemmter Unrat können die Bootshaut zerstören. Erst wenn das Wasser wieder sichtbar klar und sauber ist, steht neuem Bade- und Paddelspaß nichts mehr im Wege. Damit keiner aus Unwissenheit über die Planke geht ...

 

Alpenflüsse
copyright J. Kaschek
TOP