Tipp 7 - Totholz: Neues Leben für den Fluss

Aufräumen? Nein, danke!
Wer nach Hochwasser an der Isar unterwegs ist, sieht sie überall: Äste und ganze Baumstämme, die der Fluss mitgerissen hat. Sie treiben im Wasser, drehen sich endlos in Wasserwirbeln, türmen sich an Brückenpfeilern, Flussbiegungen oder auf Kiesbänken. Totholz, wie Naturschützer dazu sagen, kann für Kraftwerke, Schwimmer oder Boote gefährlich werden und wenn es sich an Engstellen anhäuft, kann das zu lokalen Überschwemmungen führen. Für die Flüsse selbst aber bedeutet Totholz Leben. So gibt es deutlich mehr Tiere in Fließgewässern, in denen es ausreichend vorkommt. Jeder Angler weiß zum Beispiel: Wo Holz im Wasser liegt, gibt es reichlich Fische. Dort finden sie strömungsarme und kiesreiche Plätze zum Ausruhen und Laichen, Schutz vor Fressfeinden und reichlich Nahrung. Denn auch Kleintiere wie die Köcherfliege leben am Totholz. Dort gibt es Algen, Pilze und angeschwemmte Pflanzenreste.
Lange Zeit haben die Menschen nicht erkannt, welche Bedeutung das Totholz für unsere Flüsse hat. Rigoros wurde es entfernt, denn aufgeräumt ist gut – dachte man zumindest damals. Heute wird Totholz nur noch dort entnommen, wo es wirklich gefährlich ist. Für die Flüsse ist das eine sehr gute Entwicklung. Für die Bootsfahrer unter euch bedeutet es: Ist der Wasserstand hoch und mit viel schwimmendem Totholz zu rechnen, solltet ihr mit eurer Flusstour lieber noch warten. Generell gilt: Ein schlecht manövrierbares und dünnwandiges Schlauchboot kann auf einem Wildfluss wie der Isar schnell gefährlich werden. Sicher geht ihr mit einem richtigen Sportkanu (Kanadier, Kajak), einer guten Sicherheitsausrüstung und mindestens einem erfahrenen Mitfahrer. Dann könnt ihr etwaiges Totholz auch elegant umschiffen.

 

Poster - Totholz
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