Hintergrundinfos von A-Z

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Hier finden Sie Erklärungen für wichtige Fachbegriffe, Förder-Programme oder relevante Richtlinien.

 

„Hotspots der biologischen Vielfalt“

sind Regionen in Deutschland mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume. Die Hotspot-Regionen finden sich in ganz Deutschland - von der Ostsee bis zu den Alpen und nehmen zusammen etwa elf Prozent der Fläche Deutschlands ein.

 

Als Grundlage für die Ermittlung der Hotspots dienten bundesweit vorliegende Daten zu FFH -Lebensraumtypen und Daten zum Vorkommen verschiedener Artengruppen, wie beispielsweise Gefäßpflanzen, Säugetiere, Schmetterlinge, Amphibien und Reptilien. In einem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) wurden die Daten ausgewertet, dabei wurden die Seltenheit und die Gefährdung von Arten und Lebensräumen gewichtet. So entstand eine Liste mit 30 Hotspots, welche einen besonderen Reichtum charakteristischer Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten aufweisen - sie sind unsere Schatzkästen der Natur. Eine Kurzbeschreibung der 30 der Hotspot-Regionen sind auf der Webseite des Bundesamts für Naturschutz zu finden www.biologischevielfalt.de .

 

Natura-2000-Gebiete

Mit der Fauna-Flora-Habitat- oder FFH-Richtlinie (1992) und der Vogelschutz-Richtlinie (1979) wurde die Grundlage für ein europäisches Netzwerk an Schutzgebieten geschaffen. Damit sollen Lebensräume für eine Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten in den Mitgliedstaaten erhalten werden. Im „Anhang I“ der FFH-Richtlinie sind besondere Lebensräume aufgelistet, die in einem guten ökologischen Zustand erhalten werden sollen. Dazu gehören Auenwälder ebenso wie alpine Flüsse. „Anhang II“ der Richtlinie definiert Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete, die sogenannten FFH-Gebiete, ausgewiesen werden müssen. „Anhang IV“ enthält darüber hinaus eine Aufzählung besonders streng zu schützender Tier- und Pflanzenarten, die auch außerhalb von FFH-Gebieten geschützt werden müssen. Die Vogelschutz-Richtlinie hat zum Ziel, die wildlebenden Vogelarten in Europa zu bewahren. Dazu sollen die Mitgliedsländer spezielle Vogelschutzgebiete einrichten. Die Vogelschutzgebiete bilden zusammen mit den FFH-Gebieten das Natura-2000-Netzwerk. Bayern hat erstmals 1996 geeignete Natura-2000-Gebiete gemeldet. In zwei weiteren Meldeschritten in den Jahren 2001 und 2004 wurde diese Meldung erheblich erweitert. Nunmehr umfasst die Meldung 745 Gebiete mit einer Fläche von insgesamt rund 801.000 Hektar. Damit hat Bayern 11,4% der Landesfläche in das europäische Natura-2000-Netzwerk eingebracht.

 

Wasserrahmenrichtlinie

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie gibt den rechtlichen Rahmen für eine möglichst einheitliche und umweltverträgliche Wasserpolitik und Wassernutzung innerhalb der Europäischen Union (EU) vor. Sie ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem grenzüberschreitenden Gewässerschutz. Seit Dezember 2000 ist sie in allen Mitgliedsstaaten der EU gültig. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der ökologischen Funktionsfähigkeit unserer Gewässer. Es wird angestrebt, dass Flüsse, Seen, Küstengewässer und Grundwasser nach Möglichkeit bis 2015 – spätestens bis 2027 – einen „guten Zustand“ erreichen. Das bedeutet, die Gewässer sollen nur wenig vom natürlichen Zustand abweichen und alle EU-Normen zur Wasserqualität erfüllen. Um diese Ziele zu erreichen, sollen beispielsweise Flüsse, die durch Wehre unterbrochen sind, für Fische und andere Lebewesen wieder durchgängig gemacht werden. Begradigte Flussabschnitte sollen renaturiert werden, sofern es der Hochwasserschutz erlaubt. Die Einleitung von Schadstoffen in die Gewässer ist zu reduzieren und bei der Wasserkraftnutzung sollen die Abflussmengen ausreichen, um gewässertypische Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Einen Überblick über die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Bayern gibt das Landesamt für Umwelt.

TOP