Wasserkraft

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Wasserkraft - eine umweltfreundliche Energiequelle?

Die Wasserkraft hat in Bayern eine lange Tradition. Bereits 1890 wurde in Bad Reichenhall ein erstes Wasserkraftwerk in Betrieb genommen (Quelle: Energieatlas Bayern). Aktuell existieren in Bayern knapp 4.200 Kraftwerke, darunter überwiegend Kleinst- und Kleinwasserkraftanlagen mit weniger als 100 kW bzw. 1000 kW Leistung (Stand: 2015, LfU). Etwa 94 Prozent der kleinen Anlagen erzeugen nur gut neun Prozent des Wasserkraftstroms in Bayern. Den Hauptanteil der Stromerzeugung bringen die 226 Wasserkraftanlagen mit einer Leistung von mindestens 1000 kW. Sie liegen überwiegend an den alpinen Donauzuflüssen Iller, Lech, Wertach, Isar und Inn sowie an der Donau und am Main (Quelle: LfU).

 

Zukunft der Wasserkraft in Bayern

Die Wasserkraft soll nach Wunsch der Staatsregierung in Zukunft eine wichtigere Rolle bei der Energieversorgung der bayerischen Bevölkerung spielen. Gemäß dem Bayerischen Energieprogramm vom November 2015 soll die Wasserkraft im Jahr 2025 etwa 23 bis 25 Prozent des Bruttostroms in Bayern erzeugen. Um diese Verdopplung der Leistung zu erreichen, sollen bestehende Wasserkraftwerke modernisiert und / oder nachgerüstet werden. Es wird jedoch auch nicht ausgeschlossen, neue Wasserkraftwerke an bestehenden Querbauten zu errichten. Dabei muss die Natur- und Umweltverträglichkeit der Anlagen jedoch zwingend geprüft werden, um die Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu erfüllen.

 

Umweltfreundlich? Leider nein!

Was Kraftwerksbetreiber und Klimaschützer freuen mag, bereitet uns Sorgen. Denn die emissionsfreie und regenerative Energiequelle Wasserkraft birgt etliche ökologische Gefahren. Viele Flussläufe wurden bereits für die energetische Nutzung begradigt, die Ufer befestigt, die Auen trockengelegt beziehungsweise vom Gewässerlauf abgetrennt und Stauseen oder Talsperren errichtet. An vielen Kraftwerken wird Wasser aus dem Fluss in Kanäle abgeleitet. Im natürlichen Flussbett verbleibt meist nur noch ein Rinnsal, das als Lebensraum für Fische und andere Wasserbewohner kaum mehr geeignet ist. Diese Restwasserstrecken trocknen aufgrund des fehlenden Wassers mancherorts sogar gänzlich aus, wie beispielsweise am Rißbach nach der Ableitung des Wassers in den Walchensee. In den Staubereichen der Flüsse erwärmt sich das Wasser unnatürlich rasch. Reihen sich mehrere Stau­becken hintereinander wie beispielsweise am Lech, summiert sich die Erwärmung des Wassers im weiteren Flussverlauf. Da nahezu alle biologischen Prozesse in einem Fluss abhängig von der Wassertemperatur sind, verändern sich die einzigarti­gen Lebensgemeinschaften in den Flüssen. Zudem geraten Fische bei ihren Wanderungen flussabwärts in Turbinen und werden dort oft tödlich verletzt. Für stromaufwärts wandernde Fischarten stellen Wasserkraftwerke oft unüberwindbare Hindernisse dar, zumal längst nicht alle Wasserkraftwerke mit Fischaufstiegshilfen ausgestattet sind (Flyer "Die Wahrheit über Wasserkraft").

 

Damit kann die Wasserkraft nicht als umweltfreundliche Energiequelle bezeichnet werden. So steht auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) dem Neubau von Wasserkraftwerken kritisch gegenüber. Der Ausbau der Wasserkraft soll laut BfN durch eine Optimierung der großen Wasserkraftanlagen (> 1 MW Leistung) erreicht werden, nicht jedoch durch mehr Kleinstwasserkraftanlagen (< 100 kW Leistung) an noch unverbauten Flussabschnitten. Denn im Verhältnis zu dem zu erzielenden energetischen Ertrag sind durch derartige Anlagen hohe ökologische Verluste im Gewässer und in angrenzenden Auenbereichen zu erwarten.

 

Helfen Sie Strom zu sparen!

Der geplante Umstieg auf erneuerbare Energien ist grundsätzlich begrüßenswert, doch auch der Ausbau regenerativer Energien birgt etliche ökologische Risiken. Der beste Strom ist daher noch immer die nicht verbrauchte Kilowatt-Stunde! Wie auch Sie Energie sparen können erfahren Sie unter folgenden links:

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