Wasserrahmenrichtlinie

Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Die Wasserrahmenrichtlinie: Lebendigere Flüsse!

Ohne Wasser kein Leben. Dies gilt für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten ebenso wie für uns Menschen. Flüsse und ihre Auen sind nicht nur die artenreichsten Lebensräume in Deutschland und Mitteleuropa. Sie versorgen auch uns Menschen mit Trinkwasser, bieten Raum für Erholung, liefern Energie und transportieren Güter.

 

In den vergangenen Jahrhunderten wurden unsere Flüsse massiv umgestaltet, für die Schifffahrt begradigt, zum Schutz vor Hochwasser bzw. zur Gewinnung von landwirtschaftlichen Nutzflächen eingedeicht und für die Energieerzeugung aufgestaut. Über 80% unserer Flüsse sind nicht mehr in einem natürlichen Zustand (Gewässerstrukturkartierung von 2001). Mit Hilfe der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sollen unsere Flüsse nun wieder ein Stück weit lebendiger werden - in Einklang mit den Nutzungsanforderungen.

 

Seit Dezember 2000 ist die Richtlinie in allen Mitgliedsstaaten der EU gültig. Sie gibt den rechtlichen Rahmen für eine umweltverträgliche Wasserpolitik und Wassernutzung innerhalb der Europäischen Union (EU) vor. Flüsse, Seen, Küstengewässer und das Grundwasser sollen spätestens bis 2027 einen „guten Zustand“ erreichen. Das bedeutet, die Gewässer sollen nur wenig vom natürlichen Zustand abweichen und alle EU-Normen zur Wasserqualität erfüllen. Um diese Ziele zu erreichen, sollen beispielsweise Flüsse, die durch Wehre unterbrochen sind, für Fische und andere Lebewesen wieder durchgängig gemacht werden. Begradigte Flussabschnitte sollen renaturiert werden, sofern es der Hochwasserschutz erlaubt. Die Einleitung von Schadstoffen in die Gewässer ist zu reduzieren und bei der Wasserkraftnutzung sollen die Abflussmengen ausreichen, um gewässertypische Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

 

Für erheblich veränderte oder künstliche Gewässer (z.B. Schifffahrtsstraßen oder Kanäle) gelten angepasste Qualitätsziele. Ein guter ökologischer Zustand kann bei diesen Gewässern nicht verwirklicht werden. Daher ist lediglich ein „gutes ökologisches Potenzial“ anzustreben.

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